Da sagte der Alte: „Ulei? Was liegt denn da drüben im Wasser?“
„Wo, Vater?“
„Wo der Wildbach auslauft.“
Ulei deckte die Hand über die Augen.
„Wohl, jetzt seh ich es auch.“
„Es schaut sich an, als tät ein Gewand im Wasser liegen.“
„Vielleicht hat einer was verloren. Geh, Vater, fahr hinüber!“ Ulei steckte das halb vollendete Schnitzwerk mit dem Messer in die Tasche und erhob sich.
Der Alte drehte den Kahn und steuerte dem Ufer zu.
„Mein Gott, Vater,“ stammelte Ulei, „da hat’s ein Unglück gegeben! Das ist ein Weiberleut. Du lieber Herrgott! Was muß da geschehen sein?“
Sie kamen näher. Von den Wellen des Wildbaches seitwärts getrieben, lag die Leiche auf seichtem Grund, überdeckt von durchsichtigem Wasser, auf dem das Kleid und die bleichen Hände schwammen.