„Ich, Herr?“

„Hast du nicht gehört, was sie gesprochen hat?“

„Es hat halt in ihr das Herz geredet, wie in mir das meinige. Wenn Euch das nit gefallt, Herr, dann müsset Ihr rechten mit Eurem Herrgott!“

„Mit meinem Herrgott? Hast du einen anderen? Oder gar keinen?“

„Wohl, Herr, ich hab schon einen. Das ist ein guter. Es ist derselbig, der das in uns zwei hineingelegt hat, daß es keiner nimmer herausreißt. Und wenn Ihr meinet, daß es doch geschehen könnt, so habt Ihr einen andern.“

„So?“ lächelte Herr Heinrich.

„Ja, und dann vertragt sich auch der meinig mit dem Eurigen nimmer.“ Haymos Stimme verlor sich in dumpfes Murmeln. „Und wir zwei taugen auch nimmer zueinander!“

„Du sagst mir den Dienst auf?“

Haymo senkte den Kopf, ein Schauer rüttelte seinen Körper, er blickte wieder auf und suchte mit irrenden Augen das Gesicht des Propstes; aus seiner Kehle wollte kein Laut.

„Gut! Ich kann dich nicht zwingen!“ sagte Herr Heinrich. „Du bist kein Höriger, du bist ein freier Mann. Aber ich lasse dich ungern ziehen. Ich war dir gut, denn du hast mir treu gedient. Und so gerne wie dir hab ich noch keinem den Spruch gesagt: ‚Wehr ohne Schart und Fehl, graden Sinn ohne Hehl, treues Herz ohne Wank‘. Was hast du? Wolltest du etwas sagen?“