„Wie ein Astl am Baum!“
Wieder fanden sich ihre Lippen.
„Behüt dich Gott, Schatzl!“
„Behüt dich Gott tausendmal, mein lieber, lieber Bub!“
Haymo faßte das Griesbeil und taumelte davon, das Herz zum Springen voll von Leid und Freude.
Hinter dem offenen Fenster des Herrenhauses standen der Propst und Desertus.
„Es eilt, Dietwald, es eilt!“ sagte Herr Heinrich lächelnd.
„Das merk ich, Herr! Wenn ich nicht das Elend meines Kindes will, muß ich flink die Hände rühren zu seinem Glück.“
Haymo war schon hinausgewandert in die Dämmerung. Er kam an diesem Morgen mit seinem Hegergang so rasch zu Ende wie noch nie. Als die Sonne über die Berge emportauchte, war er schon wieder auf dem Heimweg. Von der Kreuzhöhe sah er die Hütten; sie waren geschlossen. Spähend blickte er über die Täler, die der Pfad durchschnitt. Nahe dem Bergwald sah er die Herren mit Gittli gegen die Almen wandern; sie verschwanden unter den Bäumen und kamen auf dem Almfeld wieder zum Vorschein. Aus der Sennhütte lief ihnen ein Mädel entgegen. Das mußte wohl die Zenza sein? Eine Weile standen die viere beisammen. Dann gingen sie der Hütte zu, und trotz der weiten Ferne meinte Haymo zu erkennen, daß Gittli von den Herren gestützt und geführt wurde.
„Lieber Herrgott,“ stammelte er, „sie wird doch nit letz geworden sein!“ Über Felsen und Buschwerk stürmte er hinunter ins Tal.