Der Ochsenkrieg

Roman aus dem 15. Jahrhundert
von Ludwig Ganghofer

1. bis 15. Tausend

2 Bände. Oktav. Geheftet M. 8.-, fein gebunden M. 10.-.

Ganghofer bietet das nicht alltägliche Schauspiel eines Dichters, der nach einer dreißigjährigen Produktion noch jugendfrisch, ohne Altersrunzeln der Ermüdung dasteht, und dessen jüngste Schöpfung im Glanz edler Meisterschaft alle Qualitäten seiner Dichternatur in unverminderter Kraft offenbart. In keinem seiner früheren Werke hat er seine kompositorische Kraft in so hohem Maße wie hier bewiesen. Er fesselt den Leser gleich mit dem dramatisch wuchtigen Auftakt des Romans und läßt ihn bis zur letzten Zeile nicht los. Das Mittelalter mit seiner wilden Brutalität, mit seiner derben Erotik, mit seinem Elend, seiner Pestilenz und mit seiner bei alldem doch urwüchsigen Kraft, steht, mit realistischen Mitteln hervorgezaubert, in leuchtenden Visionen vor uns. Markig sind die Hauptgestalten des Romans gezeichnet, mit überzeugendem Leben gefüllt. Eine Figur verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden: der Söldner Malimmes, ein köstlicher Bursche, der in seiner Art das deutsche Wesen ebenso vollwichtig repräsentiert, wie Cyrano de Bergerac das Franzosentum. Hier hat ein Poet seine Löwenklauen gezeigt. Der »Ochsenkrieg« ist ein meisterhaftes Kulturgemälde; als Roman ist das Buch durch seine Naturschilderungen, durch seine Charakterzeichnung und durch die suggestive Kraft der Sprache dem Besten ebenbürtig, was die deutsche Kunst auf erzählendem Gebiet gezeitigt hat.

(Neues Wiener Tagblatt.)

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