GRÖSSERES BILD

Abb. 137. Figurenstudie.
Rötelzeichnung im Besitz der Frau Dr. Ewald. Berlin.

Abb. 138.
Studie zu der Radierung. Tuschzeichnung im Besitz des Direktor Wichern. Altona. (E. 252.)

Doch auch die Sorgen und Beschwerden des Alters blieben nicht aus. Schon 1790 hatte er viel unter Anschwellung der Beine zu leiden, aber er suchte die Schmerzen durch rastloses Arbeiten zu betäuben und ließ sich sogar einen Tisch herstellen, an dem er vom Bett aus zeichnen konnte. Im Jahre 1793 klagt er seinem Freunde Graff: „da sitze ich nun unter den Händen eines Wundarztes und habe ein Bein rundum vom Fußgelenk bis an die Wade voller Löcher und singe das Hallesche Studentenlied: Ich bin ein armer Teufel, ich kann nicht mehr marschieren u. s. w., aber vom Kopf bis an die Knie gehts ganz gut“; aber noch drei Jahre vor seinem Tode hören wir ihn ganz wohlgemut über seinen Gesundheitszustand sich äußern: „Jetzt geht alles wieder gut, bis auf ein krankes Bein befind ich mich sehr wohl, mit dem besten Appetit esse ich alles was mir vorkommt von des Morgens bis in die Nacht, denn wenn ich vom Tisch aufsteh, so nehme ich allemal ein Stück Roggenbrod mit und das Eß ich gegen ein Uhr zu Mittag wenn das Essen nicht zeitig genug auf dem Tisch ist und um 1 Uhr in der Nacht wenn ich aufhöre zu arbeiten (oder bey der Arbeit) mit dem größten Appetit von der Welt und nachher gehe ich mit eben dem Appetit zum schlafen zu Bett und denke offt dabey daß ich eben so freudig ins Grab gehen werde wenn Gott mich abruffen wird, und in 5 Minuten schlaf ich ein, binde einen Faden an meinen Wecker an der Uhr (denn mein Bette steht gerade vor ihr) um meinen Daumen und um 7 Uhr bin ich wieder da, und mit dem Tage an die Arbeit, da kommen denn oft angenehme, uninteressante, auch unangenehme Besuche, die mich die kurzen Tage noch kürzer machen, aber ich habe Geduld mit allen und hole des Abends wieder ein waß sie mich bey Tage versäumt haben.“

Abb. 139. Figurenstudie.
Bleistiftstudie im Besitz der Frau Dr. Ewald. Berlin.

Abb. 140. Figurenstudie.
Bleistiftzeichnung im Besitz des Direktor Wichern. Altona.