Die Gesteine und ihre Formen.

Von der Gesamtfläche des Schwarzwaldes werden etwa 24% von Gneis, 18% von Granit, 31% von Buntsandstein, 16% von Muschelkalk eingenommen. Der Rest verteilt sich mit rund 2% auf paläozoische Schiefer und 9% auf alle anderen Bildungen, also abgesehen von den vereinzelt auftretenden Porphyren auf jüngere Sedimente. Die Gneismassen nehmen die Hauptteile der westlichen Schwarzwaldgruppen ein, kommen aber in kleineren Bezirken auch sonst vor. Zumeist geben sie bei der Verwitterung fruchtbare Lehmböden, auch sind sie reich an Erzgängen, die einst einen lebhaften Bergbau auf Bleiglanz, Silber, Zinkblende, Kupferkies usw. ermöglichten, sowie an Mineralquellen. Der Granit bildet, abgesehen von kleineren Vorkommnissen, die Massive von Oberkirch und Triberg und hat seine weiteste Verbreitung zwischen Kandern, Säckingen und Villingen. Verwittert läßt er die lockereren Teile durch das Wasser an den Bergabhängen in die Tiefe führen, wo sie zu wertvollem Ackerboden werden, während oben mageres Erdreich zurückbleibt, das an den Vorhöhen dem Rebbau, im eigentlichen Gebirge dem Walde günstig ist. Auf der Neigung des Granites zur Zerklüftung beruht das Vorhandensein wertvoller Thermen, so der von Baden-Baden.

Abb. 17. Köhlerhütte.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 44].)

Abb. 18. Holzsägemühle im Löffelschmiedental. Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 44].)

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GRÖSSERES BILD]

Boden und Bodenformen.

Gegenüber den meist rundlichen Kuppenformen im Gneis- und Granitgebiet neigt der Porphyr, der zu verschiedenen Zeiten der Erdgeschichte da und dort im Schwarzwalde als Eruptivmasse zutage trat, zur Bildung von schroffen Felswänden und von steil aufragenden Kegelspitzen, die sich vielerorts im Landschaftsbilde ganz bestimmt hervorheben. Der Buntsandstein bildet eine im Norden bis zu 400 m mächtige Decke über dem Grundgebirge; die meisten seiner Schichten liefern bei der Verwitterung lockeren Schutt und Sand — trefflichsten Waldboden —, in welchem die Trümmer festerer Horizonte als große Blöcke in sogenannten Felsmeeren regellos angehäuft liegen bleiben. Den Muschelkalk finden wir, abgesehen vom Ostrand des Gebirges, längs der Rheinebene in kleineren Schollen, und im Süden, am Dinkelberg zwischen Säckingen und Basel, in ansehnlicher Verbreitung. Seine Mergel geben fruchtbare Lehmböden, er ist der Spender von Gips und Steinsalz. Keuper, Jura und Tertiärbildungen treten, wie schon erwähnt, nur in geringer Verbreitung auf, diluviale Kiese, Sande und Tone füllen die Rheinebene und die meist weiten Mündungstrichter der westlichen Schwarzwaldtäler. Die höheren Gebirgsteile weisen in ziemlich weiter Ausdehnung typisch ausgebildete Grundmoräne und Endmoränen mit gekritzten Geschieben und erratischen Blöcken, Moränenseen sowie fluvioglaziale Terrassen auf; wir werden diese interessanten Eiszeitspuren noch da und dort genauer kennen lernen. Der Löß endlich bedeckt teilweise in großer Mächtigkeit den Fuß des Gebirges, besonders am Rande der Rheinebene ([Abb. 5]); das Vorhandensein dieser durch das Wehen trockener Winde bedingten Bildung ist ein Beweis dafür, daß zwischen den Hauptperioden der Eiszeit und nach ihrem Ende in unseren Gegenden Steppenklima herrschte. Im Löß finden wir die Überreste der großen diluvialen Säuger, aber auch des Ren, und daneben die ältesten Menschenspuren der Rheinebene und ihrer Umrandung. Heute sind die Lößböden als wertvolle Rebgelände und Ackerböden von allerhöchster Bedeutung.