Büchenbronner Höhe.

Statt des Talweges, dem wir zuletzt gefolgt waren, schlagen wir nun aber wieder den Höhenweg ein, und zwar den mit der roten Raute bezeichneten, dem wir uns früher von Süden her bis zur Badener Höhe und bis Forbach anvertraut hatten. Um ihn in seiner ganzen Ausdehnung kennen zu lernen, wandern wir ihn von der Goldstadt nach Weißenstein, überschreiten hier die mächtige Brücke über dem künstlichen Nagolddurchstich, steigen dann empor zum luftigen Aussichtsturm auf der Büchenbronner Höhe (611 m), von wo wir das schöne Land überblicken vom Melibokus im Odenwald bis zur Kaiserburg Hohenzollern in der Rauhen Alb, vom Kamm der Vogesen bis zu den Löwensteiner Bergen im Osten von Heilbronn. Dann geht’s südlich weiter über die Höhen von Langenbrand und Schömberg nach Calmbach an der Enz, deren Tal bei Wildbad sofort wieder verlassen wird, um zum Hornsee bei Kaltenbronn und zum Hohloh emporzusteigen, von wo endlich über die schroffen, aussichtsreichen Latschigfelsen hinab Forbach im Murgtal und damit der Anschluß an die Hauptstrecke des großen Höhenweges I im nördlichen Schwarzwald erreicht wird.

Abb. 178. Herrenalb.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 168].)

Herrenalb.

Des Weges von Wildbad nach Dobel und Herrenalb, sowie der Straße von Gernsbach nach Herrenalb ist schon gedacht worden. So erscheint uns Herrenalb von verschiedenen Seiten her bequem zugänglich. Herrenalb (367 m) liegt an der Stelle, wo mehrere Quellflüsse der Alb sich vereinigen, ringsum eingefaßt von waldigen Anhöhen, vor rauhen Winden geschützt, mild und freundlich. Von dem einst reich begüterten Zisterzienserkloster, das wie alle klösterlichen Anstalten in Württemberg schon im Reformationszeitalter aufgehoben wurde, steht noch der Chor und die schöne Vorhalle der Kirche, das sogenannte Paradies, mit ihren gotischen Fensterbögen und zahlreichen Grabdenkmälern. Eine wirkliche Sehenswürdigkeit ist das Grabdenkmal des 1431 gestorbenen Markgrafen Bernhard von Baden. Um das Kloster wuchs allmählich der jetzige Ort ([Abb. 178]), der alle Bedingungen zu einer Kur- und Heilstätte reichlich besitzt und sich eines lebhaften Besuches Erholungsbedürftiger erfreut. Das meiste tut in dieser Hinsicht die schöne, abwechslungsvolle Umgebung mit ihrem Reichtum von prächtig gepflegten Wegen nach allen Seiten, die einen Sommeraufenthalt überaus angenehm gestalten. Seit nun auch die Eisenbahn das Albtal hinab nach Ettlingen und weiter nach Karlsruhe führt, hat der Besuch dieses lieblichen Punktes eine bedeutende, aber wohlverdiente Steigerung erfahren.

Abb. 179. Neuenbürg. Nach einer Photographie im Verlag von L. Schaller in Stuttgart. (Zu [Seite 166].)