Tafel 31.

Die aus dem südlichen China stammende Fächerpalme Livistona chinensis mit Früchten in einem Garten in Kamerun. Die auch als Latanenäpfel bezeichneten Früchte besitzen unter der dünnen, sich leicht ablösenden Schale ein schmackhaftes Fleisch. Diese Palme wird wie andere niedere Schirmpalmen häufig als Zimmerpflanze kultiviert.

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GRÖSSERES BILD]

Tafel 32.

Bananenpflanzung auf Jamaika.

Verladung von Bananen ins Schiff auf Jamaika.

Der gemeine Pisang (Musa paradisiaca) hat einen schlankeren Wuchs, schmalere Blätter und längere, aber weniger schmackhafte Früchte als der Bananenpisang oder die eigentliche Banane (Musa sapientum). Von beiden Arten gibt es sehr viele Varietäten (in Amerika allein 440), neben Obstbananen auch solche, die sich nur zum Kochen und Backen eignen. Man nennt diese Mehlbananen. Aus ihnen, die roh ein herbes Fruchtfleisch aufweisen und nur gekocht schmecken, kann ein Mehl erhalten werden, daß in einigen Gegenden Afrikas, z. B. am Albert Edward Nyansa, ein wichtiges Nahrungsmittel bildet. Anderswo wird aus den unreifen Bananen ein Mehl bereitet, aus dem man Bananenbrot bäckt. In manchen Gebieten Afrikas ernährt sich die Bevölkerung beinahe ausschließlich von Bananen, und auch in Mittel- und Südamerika wie auch auf den Südseeinseln bilden sie roh, geröstet oder gekocht die Hauptnahrung des Menschen. Aus dem Safte der sehr zuckerhaltigen Obstbanane wird auch ein sehr angenehmes, kühlendes Getränk von weinartigem Geschmack hergestellt, das frisch süß und moussierend schmeckt, bei längerem Stehen jedoch säuerlich wird und durch alkoholische Gärung stark berauschend wirkt. Um diesen Bananenwein noch stärker und gehaltreicher zu machen, wird ihm vielfach, so in Ostafrika, geröstetes Kafferkorn oder Durra (Andropogon sorghum) mit Wasser beigefügt. Das Herz, d. h. das Mark des Stammes und die jungen Schosse dienen in der mannigfaltigsten Zubereitung als beliebte Speise, die saftigen Blattscheiden und der noch nicht erhärtete Wurzelstock werden von den Negern gegessen und aus dem Schafte der Blätter, der als Wasserreservoir dient, kann ein trinkbares Wasser herausgepreßt werden. Im Süden Chinas werden die Blüten zu einem geschätzten Salat verwendet. Die großen Blätter dienen zum Decken der Hütten, zu Sonnenschirmen, als Teller zum Auftragen der Speisen und dergleichen. Einige Male langsam durch die Glut eines gelinden Feuers hin- und hergezogen, werden sie weich und geschmeidig wie Papier und dienen dann als ein vorzügliches, wasserdichtes Packmaterial, in denen man beispielsweise die Tabake von Manila versendet. Die Blattscheiden enthalten Fasern, die seit den ältesten Zeiten zu Matten, Stricken und anderem Flechtwerk, sowie zu Geweben und zu Zunder verwendet werden. Aus dem Schafte aber wird eine Art Hanf bereitet, der auf den Philippinen von der dort zur Gewinnung des sogenannten Manilahanfes in ausgedehntem Maßstabe gepflanzten Faserbanane (Musa textilis), in Vorderindien und in Ozeanien, auch von Musa sapientum, auf den Antillen, in Guiana und Angola von Musa paradisiaca und in Neusüdwales auf der vor kurzer Zeit aus Abessinien dort eingeführten Musa ensete gewonnen wird.