Allee des kautschukliefernden indischen Feigenbaumes (Ficus elastica) im Botanischen Garten von Peradeniya auf Ceylon. Die Bäume sind mit schmalen, hohen Wurzelstützen, sogenannten Tafelwurzeln, zum Schutze gegen das Umgeworfenwerden durch Orkane ausgestattet.
Japanische Bronze- und Lackarbeiter.
Tafel 116.
Altchinesische Fruchtschale in geschnitzter Lackarbeit (Peking-Lack).
Aus „Berichte des k. ethnographischen Museums in München 1909“.
Durchmesser 45 cm bei 14 cm Höhe. Die dünne Holzwandung ist nach Ausgleichung aller Unebenheiten und Verbindungsnähte durch feines Werg und Papier mit Gaze überzogen; darüber liegt eine Schicht aus einer Mischung von Schmirgel- oder Sandsteinpulver und einem harzigen oder tierischen Bindemittel, die nach vollständiger Trocknung mit einem Polierstein sorgfältig geglättet ist. Auf diese Unterlage, die an kleinen Bruchstellen nachgeprüft werden kann, sind drei Lackschichten aufgetragen, die vom Künstler einzeln bearbeitet wurden. Den Grund bildet eine ledergelbe Schicht, der eine braungrüne Lage folgt, und über beide ist eine zinnoberrote Decke gelegt. Die in diese drei Lackschichten eingeschnittene Ornamentierung zeigt ein in der chines. Kunst gewohnheitsmäßig wiederkehrendes, auch von den Japanern übernommenes Dekorationsmotiv, nämlich den Drachen als symbolisierten Blitz in einer stilisierten Regenwolke.
Während der Lack in Indien außer zu Siegellack besonders zur Gewinnung des roten Farbstoffs benutzt wird, verwenden wir ihn zu den verschiedensten schützenden Überzügen namentlich auf Gegenständen von Holz oder Pappe (papier mâché). Der meiste Lack kommt aus den Gangesländern, Siam und Annam zu uns, und zwar ist der Hauptausfuhrhafen dafür Kalkutta.
Von nicht aus solchem indischen Lack hergestellten Firnisüberzügen, die technisch in Europa und allen Kulturländern von Bedeutung sind, ist der wichtigste der aus Zelluloid, d. h. nitrierter, mit einer alkoholischen Lösung von Kampfer und je nach Bedarf auch Farbstoffen und Rizinusöl versetzter Baumwolle oder Seidenpapier hergestellte Zaponlack, den man verwendet, um blanke metallische Flächen, die keiner erheblichen Wärme und keinen starken mechanischen Angriffen ausgesetzt sind, vor der Einwirkung von Luftgasen oder Säuren zu schützen. Außer der Elektrotechnik haben sich auch andere Industrien die Vorteile desselben zunutze gemacht. So ist z. B. heute fast alles Silber zum Schutze gegen Oxydierung in Zaponlack getaucht. Wenn man häufig gebrauchte silberne Geräte einige Zeit nachdem man sie gekauft hat besieht, bemerkt man, daß gewisse gelbliche Stellen des Lackes abgeblättert sind. Das ist eben der infolge des starken Gebrauchs abgegriffene Zaponlack.