Die Wasserrose des Amazonenstromes (victoria regia) im Botanischen Garten von Buitenzorg auf Java.
Der „tausendjährige“ Rosenstock am Hildesheimer Dom.
Tafel 142.
Eine Tulpenanpflanzung in Hillegom (Holland).
Eine Hyazinthenanpflanzung in Hillegom (Holland).
Bei den alten Griechen erwähnt schon Homer die weiße Lilie als leírion mit dem schmückenden Beiwort tháuma idésthai, d. h. ein Wunder zu sehen, und nennt die als besonders schön weiß zu bezeichnende Haut des Helden Ajax als leírios, d. h. weiß wie die Lilie. Wie die orientalische gefüllte rote Rose der Liebesgöttin Aphrodite-Venus, so war die hehre weiße Lilie bei den Griechen und den später von jenen hochgradig beeinflußten Römern der Hera-Juno, der Gattin des höchsten der Götter, Zeus-Jupiter, heilig. Ein in den Geoponika uns überlieferter griechischer Mythos tut uns kund, daß diese Blume aus der Milch der Himmelsfürstin hervorgegangen sei. Es heißt dort nämlich: „Als Alkmene (die Tochter des Königs Elektryon von Mykene und Gemahlin des Amphitryon, Enkels des Perseus und Sohnes des Alkaios, Königs von Tiryns) den Herakles — den sie von Zeus empfing — geboren hatte, welcher eigentlich sterblich war, wollte ihm Zeus (sein Vater) die Unsterblichkeit verleihen und legte ihn zu diesem Zwecke heimlich an die Brust der schlafenden Hera. Der Knabe trank sich da tüchtig satt, aber wie er abließ, floß noch Milch in Strömen aus, und was davon an den Himmel kam, bildete dort die Milchstraße, was aber auf die Erde lief, das brachte die Lilie hervor, die demnach die milchweiße Farbe trägt.“