Seltener trifft man den ebenfalls nordamerikanischen, 6–10 m hohen, Schusserbaum (Gymnocladus canadensis), dessen Samen so rund sind, daß sie mit den Schussen oder Gluckern, den kleinen Spielkugeln, der Kinder verwechselt werden können. Er besitzt doppeltgefiederte Blätter und blüht in weißen Trauben. Die Rinde dient in seiner Heimat zum Waschen, da sie Seifenstoff enthält, und aus den Samen bereitet man in Kentucky ein Kaffeesurrogat.
Ebenfalls bei uns als Gartenzierbaum, auch in einer Form mit hängenden Ästen, wird die ostasiatische Sophora japonica gepflanzt. Es ist dies ein der gemeinen Robinie ähnlicher Baum Chinas und Japans mit einfachen Fiederblättern, licht gelbgrünen Schmetterlingsblüten, aus denen in seiner Heimat eine gelbe Farbe zum Färben gewonnen wird, und perlschnurartigen Hülsen, die ihm den deutschen Namen Schnurbaum verschafften. Nahe verwandt mit ihm ist die ebenfalls als Zierbaum unserer Anlagen gezogene gelbe Vergilie (Cladrastis lutea) — nach dem römischen Dichter Publius Vergilius Maro so genannt — aus Nordamerika mit unpaarig gefiederten Blättern und in Trauben stehenden gelben Blüten.
Überall bei uns wegen des schnellen Wachstums und der jasminähnlich riechenden, honigreichen, weißen Schmetterlingsblüten in langgestielten Trauben als Zierpflanze in Anlagen, aber auch als Nutzbaum auf Eisenbahndämmen und Schutthalden, die sie mit seinem ausgedehnten Wurzelsystem festzuhalten vermag, wird die gemeine Robinie oder falsche Akazie (Robinia pseudacacia) gezogen. Sie erhielt ihren Namen vom Gärtner Heinrichs IV. und dessen Nachfolgers Ludwig XIII., Jean Robin, der diesen Baum im Jahre 1600 aus Virginien nach Frankreich brachte. Ein später, 1635, von seinem Sohne Vespasian Robin gepflanztes Exemplar steht jetzt noch im botanischen Garten in Paris in voller Kraft. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam dieser nordamerikanische Fremdling nach Deutschland, wo sich besonders Friedrich der Große (regierte von 1740–1786) für seine Verbreitung verwendete. Doch erfüllte er nicht die auf ihn als Nutzbaum gesetzte Hoffnung, obschon sein gelbliches, oft rötlich geadertes, ziemlich hartes Holz zähe, sehr widerstandsfähig und leicht polierbar ist und zu feinen Tischler- und Drechslerarbeiten dient. Zudem ist der bis 25 m hohe Baum sehr genügsam, wenig empfindlich und zur Befestigung von Dämmen und Flußufern sehr geeignet. Das Holz liefert eine ebenso schöne gelbe Farbe als das Quercitronholz, die Rinde dient zum Gerben, die durch je ein scharfes Dornenpaar in den Achseln geschützten Blätter kann man als Viehfutter verwenden und die Samen geben ein fettes Öl. Unter den verschiedenen, durch Kultur entstandenen Spielarten des vom Volke auch als „Silberregen“ bezeichneten Baumes ist die unbewehrte Robinie (R. inermis) mit fast glatten Ästen und die Kugelrobinie (R. umbraculifera) mit kurzen, unter der Blättermasse zusammengedrängten Zweigen hervorzuheben. Der falsche Name Akazie hat sich so sehr für diese Baumart eingebürgert, daß sie meist unter diesem bekannt ist. Und doch hat sie mit den echten Akazien fast keine Ähnlichkeit. Diese in warmen Gegenden lebenden artenreichen Bäume, die u. a. den arabischen Gummi und den Katechu liefern, kommen bei uns im Freien nicht fort, werden aber im Gewächshaus und als Zimmerpflanzen in manchen Arten gezogen. Im Vorfrühling werden die mit goldgelben, kugeligen Blüten geschmückten Zweige verschiedener australischer Akazienarten in Menge von der Riviera bei uns eingeführt, aber — um den Wirrwarr noch größer zu machen — als „Mimosen“ verkauft. Die richtige Mimose oder Sinnpflanze (Mimosa pudica) ist ein in Brasilien heimischer Schmetterlingsblütler, dessen zarte, gefiederte Blättchen so überaus empfindlich sind, daß sie bei der geringsten Berührung zusammenklappen, wobei die Blattstiele sich senken. Es ist dies also eine Stellung, die sie bei den ersten sie treffenden Regentropfen und im Schlafe zum Schutz gegen den Tau einnehmen. Erst wenn die Pflanze sich völlig beruhigt hat, richten sich die Blattstiele wieder auf und legen sich die Fiederblättchen auseinander. Diese zierliche, krautartige Pflanze ist in vielen Gegenden der Tropen, so namentlich in Ostindien verwildert und zu einem förmlichen Unkraut geworden, dessen man sich kaum mehr zu erwehren vermag.
Unter den echten Akazien ist die wahrscheinlich aus Westindien stammende, jetzt in den wärmeren Gegenden aller Weltteile gepflanzte Acacia farnesiana zu nennen, die bei uns als Topfpflanze kultiviert wird, in Südeuropa jedoch im Freien gedeiht und häufig in den Gärten Italiens, Griechenlands und Spaniens anzutreffen ist. Dieser dornige Strauch mit doppeltgefiederten Blättern und gelben, langgestielten Blütenköpfchen wird wegen des köstlichen veilchenartigen Duftes der letzteren auch in Südfrankreich und an der Riviera gezogen, um die fälschlich als Kassienblüten bezeichneten Blüten in der Bukettbinderei und Parfümerie zu benutzen. Ihren Namen hat sie davon, daß sie in Europa zuerst im Garten der Villa Farnese in Rom angepflanzt wurde.
Wie bei der Mimose sind übrigens auch bei der gemeinen Robinie die Blätter in gewisser Beziehung reizbar. Ihre gewöhnlich, um das Licht möglichst auszunutzen, flach ausgebreiteten Fiederblättchen stellen sich bei zu starker Beleuchtung senkrecht, mit der Kante gegen das Licht, so daß die Verdunstung in denselben herabgesetzt wird. Bei kühler Witterung und abends, wenn die Sonne untergegangen ist, senken sie sich nach unten und legen sich gewißermaßen, um sich gegenseitig zu erwärmen, leicht gegeneinander. Steigt bei andauernder Hitze der Wasserverbrauch in bedrohlichem Maße, so wirft der Baum, wie übrigens noch verschiedene andere Pflanzen unter solchen Umständen zur Verringerung der Transpirationsfläche, einen Teil seiner Blätter ab. Gleich ihr kamen ebenfalls aus Nordamerika, und zwar Südkarolina, die bis 25 m hohe klebrige Robinie (R. viscosa) mit klebrigen Drüsenhaaren an Zweigen und Hülsen und rötlichen Blüten, und die borstige Robinie (R. hispida), deren Äste und Zweige dicht mit braunen Stachelborsten überzogen sind, mit größeren rosaroten Blüten, zu uns.
Wichtiger noch als die Robinien sind für unsere Gärten der Goldregen (Cytisus laburnum), ein mitunter baumartig werdender Strauch, der in Südfrankreich und längs des Südfußes der Alpen bis nach Ungarn wild wächst. Er ist unstreitig einer unserer schönsten Blütensträucher und wird deshalb allgemein in den Gärten und öffentlichen Anlagen angepflanzt, obschon er in fast allen Teilen, namentlich aber in den kugeligen schwarzen Samen ein Cytisin genanntes, Erbrechen erregendes und stark die Gedärme reizendes, abführendes Alkaloid enthält, das in großen Dosen selbst den Tod herbeiführen kann. Deshalb sollten Kinder unbedingt auf die Giftigkeit des Strauches aufmerksam gemacht werden. Die geruchlosen, goldgelben, hängenden Blütentrauben gleichen in der Form denjenigen der gemeinen Robinie, dagegen sind die Blätter nicht gefiedert, sondern kleeartig dreigeteilt. Das dunkelbraun bis schwarz gefärbte Kernholz wird an Stelle von Ebenholz verwendet und deshalb falsches Ebenholz genannt.
In Norditalien, Kärnten und Kroatien wächst der purpurne Goldregen (Cytisus purpureus) als ein niedriger Strauch mit meist unbehaarten Blättern und seitenständigen roten Blüten. Auch er wird als Zierstrauch kultiviert und ist, besonders auf den Stamm des eigentlichen Goldregens gepfropft, ein schöner Kronbaum. An einem solchen Pfropflinge fand der Pflanzenzüchter Adam in Vitry bei Paris an der Verwachsungsstelle beider einen Trieb, der ein richtiger vegetativer Bastard war und ohne ein Produkt geschlechtlicher Kreuzung zu sein, in allen seinen Merkmalen die Mitte zwischen seinen Eltern hielt. Das Entstehen solcher Pfropfbastarde ist eine sehr seltene Erscheinung und verdient deshalb hier genannt zu werden.
Wie der Goldregen sind verschiedene seiner Verwandten, so die süd- und mitteleuropäischen Geißklee- und Ginsterarten, in den Garten geholt worden. Der Geißklee- oder Bohnenstrauch (C. arboreus) wurde in seiner Heimat am Mittelmeer seiner dreizähligen, kleeähnlichen, ein treffliches Futter für Ziegen, Schafe und Rinder bildenden Blätter wegen schon im Altertum kultiviert. Nach den römischen Autoren sollte er besonders auf die Milchabsonderung günstig wirken, so daß selbst säugende menschliche Mütter gerne eine Abkochung seiner Blätter mit Wein vermischt zur Förderung der Milchabsonderung genossen. Der Ackerbauschriftsteller Columella und der gelehrte Naturkundige Plinius um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. verwundern sich beide darüber, weshalb diese für die Viehzucht so nützliche Futterpflanze nicht noch häufiger in Italien gepflanzt werde. Acht Monate lang liefere der Baum den Tieren grünes Futter und den Rest des Jahres noch gute Nahrung in getrockneter Gestalt. Nicht bloß dem eigentlichen Vieh, auch den Hühnern sei er zuträglich und seine Blüten bildeten eine treffliche Bienenweide. Dabei mache seine Kultur nur geringe Kosten, da er sich mit dem magersten Boden begnüge und lange Trockenzeiten ertrage. Man köpfte ihn und zog ihn niedrig, benutzte also vorzugsweise den immer erneuten Stockausschlag. In der modernen Landwirtschaft der Mittelmeerländer bildet der Strauch keine Rolle mehr, ist aber wie der dieselben Landstriche Südeuropas bewohnende kopfblütige Bohnenstrauch (Cytisus capitatus) eine geschätzte Zierde unserer Gärten geworden.
Ein vereinzelt schon in Süddeutschland wildwachsender Schmetterlingsblütler ist der nicht sowohl durch seine wenig zahlreichen braungelben Blüten, als vielmehr durch seine an Fischblasen erinnernden häutigen Hülsen auffallende, 3–5 m hohe gemeine Blasenstrauch (Colutea arborescens). Die Hülse, an deren Innenwand die Samen hängen, wird nämlich durch die von der Pflanze ausgeschiedene sauerstoffreiche Luft zu einer Blase prall aufgetrieben, die nach der Reife vom Wind entführt wird, bis sie, allmählich zerreißend, die Samen entläßt und so für die Ausbreitung der Art sorgt. Die Knaben pflegen sie mit starkem Knall zu zerdrücken. Die jungen Triebe färben gelb, die Blätter führen wie die Sennesblätter ab und dienen deshalb auch zu deren Verfälschung. Als Gartenzierstrauch kam aus Vorderasien der etwas kleinere, nur 1,5–3 m hohe blutrote Blasenstrauch mit Trauben schmutzig blutroter Blüten und an der Spitze klaffenden Fruchtblasen zu uns, während der verwandte, 2–3 m hohe silberweiße Salzstrauch (Halimodendron argenteum) mit seidenhaarigen Fiederblättern und schönen, fleischroten bis lilafarbenen Blüten wegen der letzteren aus den Salzsteppen am Irtisch in Westsibirien in unseren Anlagen angesiedelt wurde. Ebenso kamen aus Sibirien der strauchartige und der baumartige Erbsenbaum (Caragana frutescens und arborescens) zu uns. Der erstere wird bis 2 m, der letztere bis 5 m hoch. Beide haben gelbe Blüten und werden, weil anspruchslos, häufig gepflanzt und besonders zu Hecken verwendet. Aus den Blättern kann man eine blaue Farbe gewinnen, und die erbsenartigen Samen sind als Geflügelfutter verwendbar. Von ihnen gibt es auch eine hängende und eine buntblätterige Varietät.
Ab und zu trifft man in Ziergärten auch noch andere schmetterlingsblütige Sträucher, doch hat sich keiner derselben auch nur annähernd eine solche Beliebtheit erworben, wie der über 7 m lange Schlingstrauch Chinas, die unter dem Namen Glycine bekannte Wistaria chinensis, die jetzt den Namen Kraunhia floribunda führt. An nach Süden gerichteten, einigermaßen geschützten Wänden hält sie sogar den norddeutschen Winter im Freien aus und schmückt im Frühjahr die von ihr bekleideten Hausfassaden und Lauben mit der Pracht ihrer blaßvioletten, duftenden Blüten. Von dieser, kletternde Sträucher umfassenden Leguminosengattung mit unpaarig gefiederten Blättern und ziemlich langgestielten blauen, selten weißen Blüten in endständigen nickenden oder hängenden, lockeren Trauben und langen, gestielten Hülsen gibt es vier Arten in China, Japan und dem östlichen Nordamerika. Die bei uns meist gepflanzte chinesische Glycine stammt aus der Mongolei und China, wurde dort und dann besonders in Japan viel zur Zierde kultiviert und kam von dort zu uns. Sie besitzt in der Jugend seidenartig behaarte Blätter und klettert bis 30 m hoch. Kraunhia frutescens aus Virginia, Illinois und Louisiana ist in allen Teilen kleiner als die vorige, blüht später und besitzt wohlriechende Blüten. Sie ist empfindlicher gegen Kälte als vorige Art und wird in mehreren Varietäten kultiviert. Eine Varietät, Kr. magnifica, blüht noch reicher als die Stammart und hat bläulichviolette Blüten mit gelbem Fleck.