Verwandt mit dem Buchs sind die Rauschbeeren (Empetrum), von denen der nur 0,3–0,5 m hohe schwarze oder Alpenrausch (E. nigrum) eins der vorzüglichsten torfbildenden Gewächse ist und vielfach zur Einfassung von sogenannten Moorbeeten in Gärten Verwendung findet. Dieser hochnordische Strauch wächst als Relikt der Eiszeit auf Moor- und Torfboden Norddeutschlands und der höheren Gebirge bis Grönland und steigt in den Alpen bis 2300 m Höhe. Den Namen hat er davon, daß die saftigen, aber sauer schmeckenden Beeren im Übermaß genossen berauschen und Schwindel erregen sollen. Von den Nordvölkern werden sie roh und als Mus gerne gegessen und dienen auch zur Bereitung eines Getränks.

Von den Kreuzdornarten (Rhamnus) kam der immergrüne Wegdorn (Rh. alaternus, mit letzterem Namen nennt ihn der ältere Plinius, indem seine Blätter und Beeren im Altertum als Heilmittel dienten) aus Südeuropa in unsere Gärten, während der einheimische gemeine Wegdorn (Rh. carthartica) zu Hecken benutzt wird, den Bienen Nahrung und den Menschen ein treffliches, hartes Holz zu Drechsler- und Tischlerarbeiten liefert. Die noch grünen Früchte dienen zum Gelbfärben, die reifen schwarzen dagegen, wie auch diejenigen des Faulbaums (Rh. frangula), als Abführmittel. Von letzterem ist die innere Rinde als Laxans offizinell, während das Holz zu Schuhstiften, feinen Drechsler- und Tischlerwaren dient und die beste Kohle zu Schießpulver bildet. Die Samenkerne liefern ein gutes Brennöl. Der bis 2,5 m hohe Faulbaum ist ein beliebter Zierstrauch in Anlagen, wo man außerdem auch die höchstens 2 m hohe Rh. alpina von den Alpen und süddeutschen Gebirgen, sowie die ähnliche, aber größere Rh. grandifolia aus Persien und dem Kaukasus kultiviert. In Italien wird der im Orient und in Südeuropa heimische gemeine Stechdorn (Paliurus aculeatus) seiner starken Dornen wegen häufig zu Hecken, bei uns aber wie die verwandte Säckelblume (Ceanothus americanus) aus den Vereinigten Staaten als Gartenzierstrauch angepflanzt. Aus den Zweigen des nur in Palästina im Jordantale und am Toten Meer heimischen Judendorns (Zizyphus spina Christi) — von den Arabern nebeg genannt — soll die Dornenkrone Christi geflochten gewesen sein.

Der Stechpalme steht auch die wirtelblütige Winterbeere (Prinus verticillatus), ein 1–2 m hoher Strauch aus Virginien mit in Wirteln gestellten, weißlichen Blüten nahe. Er wird wie die ebenfalls nordamerikanische P. glabra besonders an feuchten Standorten unserer Lustgärten gepflanzt. Als Gebüschpflanzen unserer Parks finden wir außer den einheimischen Arten: dem gemeinen Spindelbaum oder Pfaffenhütchen (Evonymus europaeus) Mitteleuropas, dem größeren, bis 5 m hohen breitblätterigen Spindelbaum (E. latifolius) aus den süddeutschen Kalk- und Voralpen und dem nur bis 2 m hohen warzigen Spindelbaum (E. verrucosus) — so genannt, weil seine Äste dicht mit Korkwarzen besetzt sind — aus den Gebirgswäldern des östlichen Deutschland besonders auch den japanischen Spindelbaum (E. japonicus) mit immergrünen, elliptischen Blättern angepflanzt. Alle haben schön rot bis gelb gefärbte, heftig abführende und Brechen erregende Früchte und ein hellgelbes, zu Drechslerwaren und Schnitzwerk, zu Schusternägeln und besonders Zahnstochern beliebtes Holz, das verkohlt auch zur Herstellung von Schießpulver dient und die beste Zeichenkohle liefert. Besonders dient solchen Zwecken der gemeine Spindelbaum, der auch zu Hecken gezogen wird, und von dem eine Varietät mit hängenden Zweigen als Zierstrauch dient. Dem Spindelbaum sehr nahe steht die in Gebirgswäldern Süddeutschlands heimische gemeine Pimpernuß (Staphylea pinnata), ein 3–6 m hoher Strauch mit gefiederten Blättern und weißlichen, hängenden Blütentrauben, die ebenfalls bei uns in Anlagen kultiviert wird. Das feste Holz dient gleicherweise zu Drechslerarbeiten, die Früchte wirken gelinde abführend und die Samen enthalten ein gutes Brennöl. Sehr nahe damit verwandt ist der nordamerikanische kletternde Baumwürger (Celastrus scandens), ein 2–5 m hoher Schlingstrauch, der als Zierpflanze in unseren Gärten vornehmlich zu Lauben und Wandbekleidungen dient.

Ebenfalls aus Nordamerika kam die als „wilder Wein“ allgemein bekannte Jungfernrebe (Ampelopsis quinquefolia) zu uns, deren fünfzähliges Laubwerk mit seiner prächtigen, blutroten Herbstfärbung in unserer einheimischen Pflanzenwelt einzigartig dasteht und deshalb sehr häufig zur Bekleidung von Mauern und schattigen Lauben benutzt wird. Zu seiner Befestigung an der Unterlage dienen zu verholzenden Ranken ausgebildete Seitenzweige, deren Aufgabe darin besteht, geeignete Stützen aufzusuchen, zu umwickeln und dann durch korkzieherartige Einrollung den Hauptzweig nachzuziehen. Vermag aber eine solche Pflanze, etwa an einem glatten Baumstamm, keinen Stützpunkt zu finden, so findet in der Weise eine Anpassung statt, daß sich die Tastspitzen der Ranken zu Saugscheiben verbreitern, die an der glattesten Unterlage sich anzupressen und fest zu haften vermögen. Solche Haftscheiben werden von manchen Arten des wilden Weins sogar regelmäßig gebildet. Solche „selbstklimmende“ Formen sind zur Bekleidung von Hauswänden und Mauern ganz besonders geeignet. Als solche findet besonders die aus Ostasien zu uns gekommene, ebenfalls im Spätherbst, vor dem Blätterfall, herrlich rot sich färbende dreispitzige Jungfernrebe (A. tricuspidata) — auch in der Abart A. veitchi — mit dreigelappten Blättern neuerdings weite Verbreitung.

An die Jungfernreben schließen sich als einheimische Lianen die zu den Hahnenfußgewächsen gehörenden Waldreben (Clematis) an, die in verschiedenen importierten großblütigen Formen prächtige Gartenzierpflanzen zur Bekleidung von Wänden und zum Überziehen von Lauben bilden. Während die mitteleuropäische gemeine Waldrebe (Cl. vitalba) ganz bescheidene grüngelbe Blüten hat, besitzen schon die südeuropäischen Arten viel größere und farbenprächtigere Blüten. Von ihnen hat die italienische Waldrebe (Cl. viticella), die in vielen Varietäten zur Bekleidung von Lauben und Wänden bei uns gepflanzt wird, einzeln stehende, langgestielte, blauviolette Blüten, die in einer Abart purpurrot sind, während eine andere, ebenfalls im Mittelmeergebiet heimische Art fast weiße, nur schwach riechende Blüten aufweist. Die glockenblütige Waldrebe (Cl. viorna) ist in Nordamerika bis Mexiko heimisch, rankt 3–4 m empor und besitzt außen purpurviolette, innen grünlichgelbe, 2,6 cm lange glockenförmige Blüten, während die als Schlingstrauch nicht minder beliebte Clematis coccinea aus Texas eine Unterart derselben mit zinnoberroten glockenförmigen Blüten darstellt. Ebenfalls nordamerikanischen Ursprungs sind die bis zu 2 m hoch rankende Clematis flammula, die von Juli bis Oktober ihre milchweißen, nach Orangenduft riechenden Blüten entfaltet, die ebenso hohe, von Juli bis in den Herbst hinein große weiße, rote, violette und blaue Blüten entwickelnde Cl. jackmanni und die bis 15 cm große, halbgefüllte weiße, leicht lila gefärbte, angenehm duftende Blüten entfaltende Cl. fortunei. 3–4 m hoch ranken die ebenfalls nordamerikanische Cl. campaniflora, die von Juli bis August bläuliche bis lilaweiße überhängende glockenförmige Blüten entwickelt, die japanische Cl. lanuginosa mit großen herzförmigen Blättern und hellblauen Blüten von 16 cm Durchmesser und die ebenfalls aus Japan stammende Cl. patens mit schönen blauen Blüten von 8 cm Durchmesser. Während alle vorgenannten bei uns des Winterschutzes bedürfen, hält letztere den Winter Süddeutschlands sehr wohl im Freien aus. Alle diese Arten wie auch die japanische Cl. florida hat man untereinander und mit der italienischen Waldrebe (Cl. viticella) gekreuzt und damit viele neue Formen mit sehr großen, prachtvoll gefärbten Blüten gewonnen.

Durch ihre Genügsamkeit und Winterhärte ausgezeichnet ist die ebenfalls als Gartenzierpflanze zur Bekleidung von Lauben beliebte gemeine Alpenrebe (Atragene alpina), die in den süddeutschen Alpen und Voralpen heimisch ist und nur kleine violette oder weiße Blüten aufweist.

Ein ebenfalls sehr beliebter windender Zierstrauch unserer Gärten ist der aus dem südlichen Nordamerika zu uns gekommene und zur Bekleidung von Lauben häufig angewandte Pfeifenstrauch (Aristolochia sipho), ein naher Verwandter unserer an Zäunen und in Gärten als Unkraut aus Südeuropa eingewanderten gemeinen Osterluzei (A. clematitis). Sie trägt große, runde, schattenspendende Blätter und wie Tabakspfeifen gekrümmte bräunlichgrüne Fallenblüten, die durch ihren Aasgeruch kleine Fliegen zur Befruchtung anlocken und sie erst wieder entlassen, wenn sie sich mit dem nach der Befruchtung der Stempelblüten ausstäubenden Pollen beladen haben. Sie ist verwandt mit den in Warmhäusern gezogenen Nepenthazeen oder Kannensträuchern aus dem tropischen Südasien und Indonesien, die mit verdauendem Saft gefüllte Fallgruben an den entsprechend umgewandelten Spitzen der Blätter besitzen und die darin erbeuteten Insekten wie die Tiere in ihrem Magen verdauen.

Ein mit gruppenweise zusammengestellten kurzen, zu Haftorganen sich umbildenden Luftwurzeln bis 16 m hoch kletternder immergrüner Strauch ist der häufig in Europa und Asien an Bäumen und Mauern in bis zu armdicken Stämmen emporsteigende Efeu (Hedera helix), in alten Schriften wegen seiner immergrünen Blätter auch Ewigheu genannt. Daraus oder aus dem daneben gebräuchlichen Eibenheu hat sich das deutsche Efeu gebildet. Bei den alten Griechen hieß die Pflanze kissós, bei den Römern hedera und diente, als dem Gotte des Weins und des Natursegens, Dionysos-Bacchus, geweiht, zu Kränzen bei Festgelagen und zur Umwindung des mit einem Pinienzapfen gekrönten Thyrsosstabes. Um den reichen Bedarf danach zu decken, wurde der Efeu im Altertum gepflanzt, und zwar rät Columella hochwachsenden Efeu (orthocissus) und gemeinen Efeu (edera) in der letzten Hälfte des Februar zu pflanzen. Alle Teile der Pflanze, auch das nur in südlichen Gegenden ausfließende Harz, wurden arzneilich benutzt. Der ältere Plinius wundert sich über die ihr erwiesenen Ehre, daß man sie als beliebtestes Kranzmaterial verwende, „da sie den Bäumen schadet, Grabmäler und Mauern sprengt und den Schlangen einen kühlen Zufluchtsort bietet.“ Diese noch heute weitverbreitete Meinung ist aber unrichtig, da durch den Efeu niemals gesunde Mauern zerstört werden können, er vielmehr die Unterlage vor Verwitterung schützt. Nur da, wo sich seine Stämmchen durch bereits bestehende Fugen drängen, vermag er, wie alle Holzpflanzen, im Laufe der Zeit durch sein geradezu unwiderstehliches Dickenwachstum Steine auseinander zu sprengen. Der eigentlich dem Dionysos geweihte heilige Efeu war ursprünglich der im Orient heimische und mit dem Kulte des Gottes nach Südeuropa gelangte goldfrüchtige Efeu (H. chrysocarpa), ein sonst wie der gemeine Efeu benutzter Strauch, der sich statt durch bereifte, schwarze, wie unser Efeu, durch goldgelbe Beeren auszeichnet und vornehmlich zur Bekränzung der Dichter diente. Auch bei ihnen blühen nur ältere Stämme.

Nahe Verwandte des Efeus sind die Aralien, von denen die in China heimische Aralia edulis dort und in Japan kultiviert wird, um die Wurzel und jungen Stengel als angenehmes Gemüse zu essen. Die japanische Aralie (A. japonica) ist eine der schönsten Freiland-Dekorationspflanzen, muß aber Winters eingebunden werden. Auch A. spinosa ist ein hervorragendes Blattziergewächs, das im Warmhause kultiviert und Sommers im Freien gehalten wird. Ebenso A. papyrifera, ein 2–4 m hoher Strauch Chinas, dessen bis 17 cm dicker Stamm in seinem spiralig in dünne Blättchen geschnittenen Mark das samtweiche Reispapier liefert, das erst 1804 von Dr. Livingstone von China nach England gebracht wurde.

Wegen ihrer noch vor dem Hervorbrechen der Blätter erscheinenden großen weißen, außen rot überhauchten Blüten sind die Magnolien sehr beliebte Gartenzierbäume. Sie haben ihren Namen nach dem Botanikprofessor Pierre Magnol in Montpellier (1638–1745). Die Stammformen der am meisten gezüchteten Arten sind hauptsächlich zwei ostasiatische Arten, die angenehm duftende, rein weiße Magnolia yulan und die geruchlose, rote Magnolia obovata. Später erst kamen die nordamerikanischen Magnolien zu uns, die aber weniger beliebt als die vorgenannten sind, obschon sie frosthärter sind, weil sich ihre Blüten erst nach dem Aufbrechen der großen ovalen Blätter entfalten. Doch ist ihr vorzügliches Holz für die Möbelindustrie von einiger Bedeutung. Neuerdings wird sogar eine Art, die japanische Ho-Magnolie (M. hypoleuca), als Nutzholz zur Anpflanzung im deutschen Walde empfohlen.