Ebenso typische Repräsentanten der mediterranen Strauchvegetation sind die bis 1,6 m hoch werdenden Cistrosen (Cistus), von den alten Griechen kístos und in Anlehnung daran von den Römern cistus genannt. Sie besitzen an reichverzweigten Ästen bräunlichgrüne, klebrige Blätter und weiße bis rosenrote Blüten mit zahlreichen gelben Staubfäden. Gepflückt welken sie äußerst rasch, doch entfalten sich an Zweigen, die man ins Wasser steckt, alsbald neue Blüten. Diese aromatisch duftenden Ciststräucher tragen nicht wenig dazu bei, den Macchien ihren charakteristischen Geruch zu verleihen, den die Schiffer, z. B. in der Nähe von Korsika, im offenen Meer schon aus weiter Ferne riechen zu können angeben. Nach diesem würzigen Duft seiner Heimatinsel sehnte sich auch Napoleon I. auf St. Helena vor seinem Ende zurück. Das Gummiharz, das die Ciststräucher ausschwitzen, war unter dem Namen ladanum oder labdanum früher ein berühmtes, von orientalischen und griechischen Ärzten vielbenutztes Heilmittel. Heute wird es nur noch zum Räuchern verwendet. An den Wurzeln der Cistrosen schmarotzt die brennend gelbrote, große Blüten ohne Blätter entwickelnde Rafflesiazee Cytisus hypocystis, der nördlichste Vertreter der sonst auf die Tropen beschränkten Familie, die in der auf Sumatra heimischen und von Elefanten verbreiteten Rafflesia Arnoldi die größte Blüte der Welt mit 1 m Durchmesser hervorbringt.

Ebenfalls sehr häufig in den Macchien ist die Mastixpistazie (Pistacia lentiscus), die hier nur als Strauch auftritt, während sie unter anderen Bedingungen, vor allem freistehend, zu einem etwa 4,5 m hohen Baume emporwächst. Sie hat dunkelgrüne, paarig gefiederte, lederartig zähe, oben glänzende Blätter, die sich durch einen harzigen Geruch auszeichnen, und in roten Trauben beieinanderstehende kleine Blüten. Die Frucht ist eine kugelige, schwärzliche Steinfrucht. Als ein Hauptbestandteil der immergrünen Macchien ist sie im ganzen Mittelmeergebiet heimisch und wird vielfach kultiviert, so besonders im nördlichen Teile der Insel Chios, wo durch Einschnitte in den Stamm und die Zweige der aus kleinen, weißen oder gelben, durchscheinenden, in der Hitze wohlriechenden Körnern bestehende Mastix gewonnen wird. Seinen Namen, im Griechischen mastíchē (von mastázo ich kaue) hat er von der im Orient von alters her besonders bei den Frauen gebräuchlichen Sitte, ihn zur Kurzweil zu kauen, wie es die Nordamerikaner mit ihrem gum tun. Er erweicht nämlich im Munde und soll das Zahnfleisch stärken und den Atem parfümieren. Jährlich kommen etwa 500000 kg Mastix im Werte von einer halben Million Mark in den Handel; bei uns findet er vornehmlich zur Bereitung von Räucherpulver, Firnissen und Lacken Verwendung. Das harte Holz dient zur Anfertigung von Zahnstochern und Einlegearbeiten, aus den Blättern bereitet man in Algerien einen als lentisque bezeichneten Gerbstoff und aus den Samen preßt man Öl.

Mit der Mastixpistazie ist die Terpentinpistazie (Pistacia terebinthus) verwandt. Auch sie ist durch das ganze Mittelmeergebiet verbreitet, entfernt sich aber mehr von der Küste als die vorige Art und wird in Tirol noch bei Bozen angetroffen. Sie wächst auf trockenen, sonnigen Hügeln, ist in den Macchien gewöhnlich strauchartig, wird aber sonst zu einem kleinen Baum und trägt auffallende, unpaarig gefiederte Blätter, große, aus zahlreichen Blüten zusammengesetzte Trauben und kleine, dunkelrote Früchte. Durch Einschnitte in die Rinde liefert sie den cyprischen Terpentin oder den Terpentin von Chios, ein feines, flüssiges Harz, das besonders früher als ein geschätztes Heilmittel verwendet wurde. An den Enden der Äste entstehen durch die Stiche einer Blattlaus (Aphis pistaciae) große bockshornartig gestaltete, dickwandige, harte, grünrote, harzreiche Gallen, die 60 Prozent Gerbsäure und 15 Prozent Gallussäure enthalten. Früher wurden auch sie als Medikament benutzt, doch dienen sie heute fast nur noch zum Färben von Seide und Wein. Aus den angenehm bitteren Samen, die in Griechenland heute noch als kokonetza gegessen werden, preßt man ein fettes Öl.

Schon die Jugend der alten Perser wurde angehalten, im freien Felde zu leben und sich von Terebinthenfrüchten, Eicheln und wilden Birnen zu ernähren. Als der Mederkönig Astyages auf dem Throne sitzend sah, wie sein Heer von den Scharen des Cyrus geschlagen wurde, rief er entsetzt aus: „Wehe uns, wie tapfer sind diese terebinthenessenden Perser.“ In Syrien und Palästina wird die Terpentinpistazie zu einem stattlichen Baum, dem in den ältesten Zeiten göttliche Ehren gespendet wurden. Schon Abraham schlug sein Zelt unter den Terebinthen Mamre zu Hebron auf und baute dem Herrn daselbst einen Altar. Dort erschien ihm der Herr und gab ihm seine Verheißung, er werde trotz des hohen Alters der Sarah einen Sohn bekommen und ein großes Volk werde aus ihm hervorgehen, das werde gesegnet sein unter allen Völkern. Die Stätte, wo der Hain Mamre gestanden, wurde noch viele Jahrhunderte nach Abrahams Tod als geweihter Ort verehrt, an welchem man Opfer darbrachte und wo die Umwohner Markt abhielten. Eine andere heilige Terebinthe war die des Jakob zu Sichem, unter der zu Josuas Zeit die Bundeslade stand und von Josua ein steinerner Altar errichtet wurde. Dort versammelten sich noch zur Zeit der Richter alle Männer von Sichem und erhoben Abimelech zum König. Auch zu Gideon kam der Engel des Herrn unter einer Terebinthe zu Ophra, und Gideon baute daselbst einen neuen Altar, nachdem er die hölzerne Bildsäule der Aschera der Midianiter umgehauen hatte. Endlich hat auch die Terebinthe zu Jabes historische Berühmtheit durch ihre Erwähnung im Alten Testamente erlangt. In späterer Zeit, als der Jahvekultus geistiger geworden war, stießen sich die Propheten besonders an diesem sonst heidnischen Baumkult speziell der Terebinthe, unter der auch die Toten — es sei hier nur an Rebekkas Amme Debora erinnert — mit Vorliebe begraben wurden.

Während diese wärmeliebenden Kinder des Südens nicht zu uns gelangten, ist die gemeine Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) einer unserer häufigsten Parkbäume geworden. Aesculus oder esculus (vom lateinischen edere essen) hieß bei den alten Römern die immergrüne Speiseeiche (Quercus aesculus), welchen Namen Karl von Linné auf diesen, den Alten unbekannten Baum übertrug. Hippokástanon, d. h. Pferdekastanie, nannte er sie, weil die denjenigen der eßbaren Kastanie (Castanea vesca) ähnlichen Samen von den Türken, gemahlen und unter das Futter vermengt, ihren Pferden gegen Husten und Dämpfigsein (Schweratmen infolge Lungenemphysem) mit gutem Erfolg gegeben werden sollen. Trotz der Ähnlichkeit der Früchte hat aber die Roßkastanie, die zu den Sapindazeen oder Seifenbaumgewächsen gehört, keinerlei Verwandtschaft mit der Eßkastanie, die mit Eiche und Rotbuche die Familie der Fagazeen bildet. Dieser 19–25 m hohe Baum mit den bekannten 5–7zählig gefingerten Blättern und weißen, rot und gelb gefleckten Blüten hat, wie erst neuerdings nachgewiesen werden konnte, seine Heimat in den Gebirgen von Nordgriechenland, Thessalien und Epirus unterhalb der Tannenregion in einer Meereshöhe von 1000–1300 m und wächst auch in der Berglandschaft von Imeretien im Kaukasus wild. Die Türken brachten ihn ums Jahr 1557 nach Konstantinopel, von wo 1576 der österreichische Gesandte Freiherr von Ungnad die ersten Früchte nach Wien sandte. Dort pflanzte Clusius die Roßkastanie zuerst im kaiserlichen Garten und beschrieb Matthiolus die Pflanze als Castanea equina, auch bildete er einen Fruchtzweig derselben ab. Erst um 1616 gelangte der Baum von Konstantinopel nach Frankreich, von wo er sich, wie auch aus Wien, über ganz Mitteleuropa verbreitete und so gemein wurde, daß er hier heute der häufigste Schatten- und Alleebaum ist. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er auch in Nordamerika angesiedelt und fand hier ebenfalls weite Verbreitung, da er sehr rasch wächst, durch seine weit ausgebreitete, dichte Krone ausgiebigen Schatten spendet, durch seine prächtigen Blütenkerzen im Frühjahr das Auge erfreut und im Herbst die großen, glänzendbraunen Samen liefert, die 60 Prozent Nährstoffe, darunter 40 Prozent Stärkemehl enthalten. Trotzdem haben sie als menschliches Nahrungsmittel bis jetzt keine Verwendung gefunden, da sie durch einen ziemlichen Gehalt an Saponin unangenehm schmecken. Dieser kann nun durch Behandeln mit Alkohol entfernt werden, wodurch man ein wertvolles Nährpräparat beziehungsweise Stärkemehl zur Spiritusfabrikation gewinnt. Unverändert bilden sie ein treffliches Viehfutter, das durch den Gerbstoffreichtum der Schale ein treffliches Gegenmittel für die unvermeidlichen Folgen der Fütterung mit Grünfutter bildet. Sie lassen sich leicht aufbewahren, indem man sie an einem luftigen Ort gut trocken hält; doch dürfen sie nicht zu hoch aufeinander liegen, da sie dann schwer trocknen und leicht schimmeln. Die hart gewordene Frucht läßt man vor dem Verfüttern 24 Stunden in Wasser aufquellen, wodurch ihre Bitterkeit teilweise verschwindet. Aus den rohen Samen kann man einen trefflichen Kleister für Buchbinder und Tapezierer bereiten, der den Vorteil hat, wegen seiner Bitterkeit vor der Einnistung von Insekten geschützt zu sein. Aus den zu Kohle verbrannten Schalen gewinnt man eine ganz schöne schwarze Farbe. Die Blüten sind eine sehr ergiebige Bienenweide; das gelblichweiße oder rötliche, weiche und schwammige Holz dagegen ist wenig als Werkholz geschätzt, da es grobfaserig ist und leicht fault. Trotz ihrer langen Züchtung hat die Roßkastanie keine nennenswerten Spielarten oder Kulturformen hervorgebracht.

Kleiner als sie und mit röhrigem statt glockigem Kelch, mit zusammengeneigten statt wie bei jener ausgebreiteten Blumenblättern ist die schmutzigrot blühende rote Pawie (Pawia rubra), ein aus dem südwestlichen Nordamerika bei uns eingeführter Zierbaum von nur 4–7 m Höhe und glatter brauner statt stacheliger grüner Samenkapsel. Letztere sind gleich den Blättern und Samen giftig und deshalb unbrauchbar als Viehfutter, was bei der altweltlichen Roßkastanie nicht der Fall ist. Mit ihren zerriebenen und zu einem Teige geformten Früchten betäubt man beim Fischfang die Fische. Die zerstoßene und gekochte Wurzel und Rinde enthält viel Saponin und wird in Amerika statt Seife zum Waschen von Wollzeug gebraucht. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren des um die Mitte des 17. Jahrhunderts als Professor der Botanik in Leiden verstorbenen Peter Paw. Sie wird bei uns recht selten angepflanzt und bildet nur selten größere Bäume. Sehr häufig dagegen treffen wir in den Gärten und Anlagen die rotblühende Kastanie (Aesculus carnea), ein Kreuzungsprodukt der altweltlichen Roßkastanie mit der neuweltlichen Pawie. Der Bastard hält in seinen Merkmalen so ziemlich die Mitte zwischen seinen Eltern inne. Seine rote Blumenkrone ist nicht ausgebreitet wie bei der Roßkastanie, sondern leicht zusammengeneigt und die bräunlichgrüne Fruchthülle nur spärlich bestachelt. Er wird größer als die Pawie, wenn auch nicht so groß wie die Roßkastanie; er wächst nicht so schnell wie letztere, blüht auch 2–3 Wochen später als diese. Da die rotblühende Kastanie durch Pfropfung auf den jungen Stamm der gemeinen Roßkastanie vermehrt wird, aber weniger in die Dicke wächst als diese, so entsteht meist eine sehr auffallende Stammform, indem sich dieser an der Pfropfstelle plötzlich verschmälert, eine Erscheinung, die man nicht selten auch bei Obstbäumen, besonders Apfelbäumen — aus derselben Ursache entstanden — beobachtet.

Etwas größer als die rote Pawie wird die gelbblühende Pawie (Pawia lutea) mit langen gelben Blumenblättern und unbehaarten Staubbeuteln, während die glattblätterige Pawie (P. glabra) mit kurzen gelben Blumenblättern und behaarten Staubbeuteln kleinwüchsig ist. Diese sind ebenfalls Bewohner des südwestlichen Nordamerika und lassen sich am Laube nur schwer voneinander unterscheiden. Durch schlankere Form der glatten Blättchen zeichnet sich bloß die strauchartige kleinblütige Roßkastanie (Aesculus parviflora) aus den Bergwäldern des östlichen Nordamerika aus. Sie blüht später als die andern Arten und an den erst im Sommer erscheinenden auffallend langen und schmalen Blütenrispen treten die Staubfäden weit aus den großen, weißen Blüten heraus.

An allgemeiner Beliebtheit als prächtiger Schattenbaum wetteifert mit der Roßkastanie die Platane. Sie wächst rasch, bildet einen mächtigen Stamm mit kraftvoll ausgestreckten Ästen und hellgrünen, gelappten, handnervigen Blättern, die, wie diejenigen der Roßkastanie, im Herbst abgeworfen werden. Sie vereinigt die Schnellwüchsigkeit der Pappel mit dem Brennwert der Buche, weshalb es sich empfiehlt, sie besonders als Alleebaum anzupflanzen. Die dunkle, in beständiger Erneuerung begriffene Borke des Stammes blättert fortwährend in regellosen Stücken ab, so daß die jüngere, hellgefärbte Rinde zutage tritt und der Stamm malerisch gefleckt erscheint. Unscheinbar hängen die kleinen gelben männlichen und tiefroten weiblichen Blüten getrennt am Baume, bevor die Blätter zum Vorschein kommen. Aus letzteren gehen zu beinahe nußgroßen Kugeln vereinigte Früchte hervor, die noch im Winter am Baume pendeln. Aus ihnen lösen sich die mit zarten Flughaaren versehenen Früchte ab, um vom Winde verbreitet zu werden. Da der Baum sich leicht in den Ästen zurückschneiden läßt, wird er vielfach stark gescheitelt. Wer aber nur die mißhandelten, durch übermäßiges Stutzen nieder und breit gehaltenen Bäume, wie sie vielfach vor den Gasthäusern und in den Biergärten zu sehen sind, kennt, der ahnt nicht, welche Schönheit die Platane da entfaltet, wo man ihr frei und unbehindert ihre breit ausladenden Äste aus dem schlanken Stamme herauszustrecken erlaubt.

Das Geschlecht der mit den Feigen-, Brotfrucht- und Ulmenbäumen zu den Nesselgewächsen gehörenden Platanen besaß zur Tertiärzeit mit den ihnen sehr nahe verwandten Liquidambarbäumen eine viel ausgedehntere Verbreitung als heute. Während des mittleren und oberen Tertiärs waren sie durch ganz Europa, Nordasien und Nordamerika bis weit über den Polarkreis hinaus verbreitet und wuchsen sogar in Grönland und auf Spitzbergen. Vom spättertiären Platanus aceroides dürften die beiden heute noch existierenden und in der Kulturwelt angepflanzten, 10–20 m hohen Platanenarten stammen: die morgenländische Platane (Pl. orientalis) der Alten Welt und die abendländische Platane (Pl. occidentalis) von Nordamerika. Erstere hat stärker gelappte Blätter mit grünen Blattstielen und ein mehr in die Breite wachsendes Astwerk, während letztere nur schwach gelappte, unterseits flaumhaarige Blätter mit braunen Blattstielen besitzt und ihre Zweige mehr aufrecht stellt. Da die neuweltliche Platane die Winterkälte viel besser erträgt als die dagegen weit empfindlichere altweltliche, wird sie in Mitteleuropa häufiger als jene angepflanzt. Doch ist die bei uns fast ausschließlich gepflanzte Form das Kreuzungsprodukt beider Arten, die ahornblätterige Platane (Pl. acerifolia), die der amerikanischen Form näher steht und wie diese winterhart ist. Ihre Vermehrung erfolgt stets durch Stecklinge.

Die morgenländische Platane findet sich an Gebirgsbächen in Wäldern unterhalb der Cedernregion bis zu 1600 m Höhe vom Himalaja bis Griechenland und Makedonien, auch auf Zypern, dem südlichen Anatolien und Persien. Sie hieß bei den Griechen plátanos, von platýs breit, weil sie ihre Äste weit ausreckt. Schon in der Ilias wird sie erwähnt. Als nämlich die Griechen sich mit ihren Schiffen in der Stadt Aulis am Euripos in Böotien zum Zuge nach Troja sammelten, da lagerten sie sich „an einer Quelle unter einer schönen Platane.“ Nach Homer erwähnt dann der Dichter Theognis aus Megara um 560 v. Chr. einen Platanenhain in Lakonien, der an einem Teiche stand, mit dessen Wasser ein Winzer seine Reben tränkte. Durch ihre Größe und durch ihr Alter ehrwürdige Exemplare galten den Umwohnern als heilig. Solche heilige Platanen werden uns von alten Schriftstellern aus Lykien und Karien in Kleinasien erwähnt. Eine ähnliche Sitte muß auch in Persien geherrscht haben; denn Herodot berichtet uns vom persischen Großkönig Xerxes, daß, als er auf seinem Kriegszuge gegen Griechenland 485 v. Chr. auf dem von Phrygien nach der Hauptstadt von Lydien, Sardes, führenden Wege eine prächtige Platane traf, „er ihr einen goldenen Schmuck schenkte und einen besonderen Wächter für sie einsetzte.“ Bis in unsere Zeit findet man in Persien, Kleinasien und Griechenland solche ehrwürdige alte Platanen von einer Höhe von 30 m und einem Stammumfang bis 16 m, deren ausgehöhlter Stamm Hirten und Jägern zu vorübergehendem Aufenthalte dient. Auch der Grieche Pausanias, der im 2. Jahrhundert n. Chr. den Bädeker des Altertums schrieb, weiß auf seiner Wanderung durch Griechenland und Kleinasien hin und wieder von solchen Riesenplatanen zu erzählen, die noch mit der Heroenzeit in Verbindung gebracht wurden. So berichtet er von der bei Kaphyai in Arkadien wachsenden hohen und herrlichen Menelais, so genannt, weil sie, nach der Sage der Umwohner, vom Könige Menelaos selbst vor der Abfahrt nach Troja an der betreffenden Quelle gepflanzt worden sein soll. Und beim Flusse Pieros bei Pharai in Achaja sah er Platanen von solcher Größe, daß man in der Höhlung der Stämme einen Schmaus halten und nach Belieben darin auch schlafen konnte.