Ebenso verhält es sich mit dem Sanseveriahanf, der aus den langen, dickfleischigen, graugrünen, mit dunkleren Bändern quer gestreiften Blättern einer in mehreren Arten im tropischen Afrika heimischen Lilie der Gattung Sanseveria gewonnen wird. Am häufigsten wird in Westafrika Sanseveria guineensis, in Ostafrika dagegen S. cylindrica und ehrenbergi ausgebeutet. In ihrer Heimat wachsen sie in großen Beständen wild, meist auf steinigen Steppen im Schatten von Gebüsch; um jedoch die Gewinnung zu erleichtern, werden sie an verschiedenen Orten der Tropen kultiviert. Dabei sind sie höchst anspruchslos, werden außer durch Samen meist durch Wurzelschößlinge, die in großer Zahl um die Pflanze herum aufschießen, vermehrt und erreichen ein hohes Alter, so daß eine Anlage erst nach vielen Jahren erneuert zu werden braucht. Die Aufbereitung der Faser geschieht in mühsamer Weise wie bei den vorgenannten Arten von Hand, könnte aber, wenn Pflanzungen in größerem Maßstabe angelegt würden, weit einfacher durch Maschinenbetrieb gewonnen werden. Die Kultur im großen würde sich sehr lohnen, da die Sanseveria-Bastfasern von hervorragender Güte liefern. Von Deutsch-Ostafrika wurden bis jetzt davon nur 154000 kg exportiert.
Tafel 95.
Anpflanzung von Manilahanf (Musa textilis) in Mindanao auf den Philippinen.
Zum Trocknen aufgehängter Manilahanf auf San Ramon auf der Insel Mindanao. (Beide nach einer in der Sammlung des botan. Instituts der Universität Wien befindlichen Photogr. von Dr. Hans Hallier.)
Tafel 96.
(Phot. Vincenti, Daressalam.)
Sisalagavenplantage in Deutsch-Ostafrika. Die der Blätter beraubten Pflanzen haben Blütenschosse getrieben, womit ihre Daseinszeit zu Ende ist.