von Hayfisch.

Nr. 3. Die inliegende Karte sagt Ihnen, geehrte Henriette, warum ich die freundliche Einladung zu Ihrem Feste nicht annehmen kann; ich feire ein Gleiches. Mögen Sie so vielen Glücks theilhaft werden, als ich selbst hoffe und genieße.

Agrippinus.

Die Karte lautete: Bei ihrer Verlobung empfehlen sich:

Agrippinus und Caroline.

Der Leser wird errathen, daß Agrippinus kühnes Benehmen für Carolinens Sache, welches ihr bekannt geworden war, ihm ihre Gunst zugewendet hatte. Und da sie gesehen, daß er der einzige Treue ihrer Verehrer war, zögerte sie nicht länger, ihm ihre schöne Hand, um die er so redlich geworben, zu reichen.

Die Verlobung wurde mit großer Pracht gefeiert, der Abbe, und viele andere, ja auch Auguste erschienen dabei. Hemmstoff, der ihr eigentlich immer treu geblieben war, wußte die günstige Stimmung, in die sie das Fest setzte, zu nutzen, und erhielt Vergebung und — ihre Hand, so daß auch gleich bei Tafel das Wohl des neuen Paares getrunken wurde. Der Hanswurst hielt eine Verlobungsrede, und schloß mit den Worten:

„In meiner muntern Laune habe ich manchen zum Besten gehabt, oder vielmehr nur über seine Thorheiten gespottet. Wer sich dazu bekennt, wird auch nicht klagen dürfen, daß man darüber lacht. Wer sich der Thorheit nicht bewußt ist, ist auch nicht gemeint gewesen. Und so hoffe ich, wird mir niemand grollen, denn wie der Dichter sagt:

Keinen hab’ ich kränken wollen.