„Daß er der Bürgerkanaille den Hof macht, meinetwegen Empfindungen vorplaudert, das sind Sachen, die ich verzeihlich finde; spiegelt er der Närrin solide Absichten vor, — noch besser.“

Stand es so? Müssen ehrbare Bürgerskinder zum Vergnügen herhalten? Alle ergrimmten; am meisten Anton. Er kannte so einen, der Flatterien vorsagte und Geschmack an schönen Mädchen zeigte.

Die Entrüstung im Saal legte sich, als man im Hofmarschall Kalb einen waschechten Junker und dumme Vorurteile verlachen konnte, und die ernste Unterredung Ferdinands mit seinem Papa zeigte, daß es auch in diesem eingebildeten Stande ordentliche Leute gibt.

„Umgürte Dich mit dem ganzen Stolz Deines Englands — ich verwerfe Dich — ein deutscher Jüngling!“

Das gab ein Bravo beim Altvater Jahn und ein Patschen in harte Hände, daß der Vorhang wieder und wieder in die Höhe gehen mußte.

„Wie sind Sie zufrieden?“ fragte der Lehrer Furtner den Oberamtsrichter.

„Ich wiederhole, was ich schon immer sagte,“ antwortete Oberamtsrichter Trollmann, „es ist ein Fehlgriff der Direktion. Dieses Stück ist für ein ganz anderes Publikum geschrieben und erweckt hier nur gewisse Instinkte.“

„Aber als klassisches Stück?“

„Klassisch hin, klassisch her. Ich sage, es ist nicht für Dürnbuch. Diese Leute betrachten es nicht historisch, sondern ziehen die Ereignisse in die Gegenwart. Haben Sie das einfältige Lachen bemerkt, als der Hofmarschall auftrat?“

Furtner nickte und nahm sich vor, von diesen Gesichtspunkten einiges für seine Kritik zu verwenden.