Ich schwieg und sah ihm zu.
Ich dachte durchaus ernsthaft darüber nach, wie unsagbar roh man veranlagt sein mußte, wenn man diese Frau, welche die hübsche Geldbörse vermutlich zu Weihnachten gestickt hatte, kränken oder ihrer Schwester Karoline zu nahe treten konnte! Der Lehrer faßte mein tiefsinniges Schweigen irrtümlich auf.
„Ich kann Ihnen ja noch einiges schicken, wenn das nicht genügt ...“
„Es genügt,“ sagte ich und ließ meine Gedanken nicht weiter abschweifen.
Er zählte das Geld auf den Tisch, ich schrieb mit scheinbarem Gleichmut eine Quittung, alles sah geschäftsmäßig und richtig aus, und er wollte nach höflichem Abschiede gehen.
Da drängte sich mir eine Frage auf die Lippen.
„Herr Lehrer, wie kommt das nun eigentlich? Ich meine, wie kommen Sie von Irzenham hierher und zu mir?“
„Hierher? Hm—m ...“
„Sie haben wahrscheinlich meine Anzeige im Wochenblatt gelesen?“
„Nein ... eigentlich nicht ...“