Aber da bin ich zugleich auch von einer andern Seite gefaßt worden; aufgeregt durch die neuste Zeit und durch die Hoffnungen, die mich eingeführt haben in diese — nahm ich thätigen und lebhaften Antheil an allem was Volk und Vaterland angeht, mit einem Wort ich bin ein heftiger Politicus, kann keinen Tag leben ohne Zeitung zu lesen und höre Jahn’s Vorlesungen über deutsches Volksthum und hasse die Juden.
Da ich freien Eintritt in das Theater habe, so bin ich da sehr oft zu finden, ärgre mich freilich mehr, als ich mich freue; wenn ich mich aber dort einmal freue, so geht es mir auch recht durch Blut und Leben; — wenn Scheakspeare — Göthe, Calderon — Mozart sich vernehmen lassen, so daß sie sich uns wirklich offenbaren, da fühlt sich wohl einmal auch eine Menschenseele gestärkt. — Dies ist also der eine Halt meines Lebens, den andern möcht ich nicht gern verschweigen und dennoch wird es mir schwer zu sagen. — Ich würde mehr noch mit Ihnen davon plaudern, wenn mich die Dämmerungsstunde nicht ermahnte — meine Augen zu schonen? — ach nein — zu meiner Braut will ich und mit ihr den Phantasus lesen. Leben Sie wohl, geliebter Tick, und erfreuen Sie bald mit Ihrer Gegenwart
Ihren
Freund Förster.
Follen, August.
Geboren den 21. Januar 1794 zu Gießen. — Dichter volksthümlicher Lieder in den „Freien Stimmen frischer Jugend;“ — meisterhafter Uebersetzer; — Herausgeber des vortrefflichen Werkes: „Bildersaal deutscher Dichtung.“ — Wenn er wegen damals sogenannter demagogischer Umtriebe Verdrüßlichkeiten gehabt, so ist doch in seiner Seele keine Verbitterung zurückgeblieben, welche freimüthiger und gerechter Einsicht in Staatsverhältnisse hinderlich wäre. Unparteiischer und objektiver, dabei aber auch strenger könnte kein Absolutist die Zustände in „Meister Zschokke’s freiem Aarau“ verurtheilen, als dieser einst verfolgte „Demagoge“ in dem ersten dieser beiden höchst merkwürdigen Briefe thut; — deren Schreiber ein Jeder lieben und achten lernt, mag er zu welcher Partei es immer wolle gehören.
I.
Schloß Altikon, 23ten Januar 1828.
Verehrter Herr!