II.

Dresden, den 6. März 77.

Hochedelgebohrner
Hochgeehrter Herr!

Ich bin gegenwärtig genöthigt, Ew. Hoch Edl. zu melden, daß nicht Lenz, sondern Ich Verfasser der Soldaten bin. Gewisse Verhältnisse forderten damals das Verschweigen meines Namens, die jetzt wegfallen. Ich bitte Sie, diese Nachricht sobald als möglich bekannt zu machen und weiter nichts zu sagen, als man wisse mit Zuverlässigkeit, daß man Hrn. Lenz fälschlich für den Verfasser gehalten habe und daß ich es sei. Könnten Sie’s in Meßcataloge setzen lassen unter meinem Namen wär noch besser; Ich hoffe dies von Ihrer Güte.

Noch wollt ich anfragen und Sie bitten, ob Sie nicht eine neue Comoedie (die Seiler in Leipzig geben wird) von mir auf die Messe noch verlegen wollten. Sollte dies geschehen können, so haben Sie die Gewogenheit, mir Dero Entschließung wissen zu lassen. Im Fall nicht, so habe ich die Ehre mit Ihnen im Verlauf von 14 Tagen mündlich hierüber zu sprechen. Vor einigen Wochen war Kaufmann hier bei mir, der wie Sie wissen, wieder nach Rußland reist.

Ew. Hoch Edl.

Ergebenster Diener

F. M. Klinger.


Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus.