Brühl.
IV.
Berlin, 9. July 1835.
Ew. Hochwohlgebohren
wünscht der Ueberbringer, Hr. Peters Großherzoglich Meklenburgscher Hof Schauspieler, — durch mich empfohlen zu seyn, und so sehr ich im allgemeinen Empfehlungen scheue, so will ich Sie doch bitten, werther Herr Hofrath den Mann quaestionis gütig aufzunehmen. Er hat ein bedeutendes Talent, und es thut mir nur leid, daß die ihm in Dresden zugestandenen Rollen sich nur im Kreise der niederen Komik bewegen, wo er zuweilen ein wenig durchgeht. — Ich halte ihn für ein höheres Fach außerordentlich brauchbar. — So habe ich zum Beyspiel den Wachtmeister in Wallensteins Lager nie besser spielen sehen als durch ihn. Wenn Sie ihm zu einer Rolle dieser Art verhelfen wollen, so werden Sie gewiß mit ihm zufrieden seyn. Er ist auch Sänger, das heißt er hat eine sehr angenehme Stimme, aber keine bedeutende Kunstbildung. Nun Sie werden ja sehen, was Sie mit ihm anfangen können.
Indem ich Sie bitte, werther Herr Hofrath, mich Ihrer lieben Familie und Gräfin Finkenstein gehorsamst zu empfehlen, schließe ich mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung und freundlichsten Ergebenheit
Brühl.
V.
Berlin, 28. März 1837.
Ew. Wohlgebohren