Dresden, zweyten Pfingstfeyertag 1822.
Der Jasmintropfen, der graue Staar und der Frierwein hatten Sie ja zum Erbarmen heruntergebracht, zärtlichst geliebter Freund! und zuletzt waren Sie mir gar unter den Händen fortgekommen. Sie sind doch heut wieder wohl? —
Ich werde Sie heut nicht bey Kalkreuth treffen, weil mich Rumigny, zu dem ich schon gebeten war, nicht loslassen will. Fast weiß ich Sie mit Angst bey dem unheimlichen Gast, er wird Sie noch kränker machen, und doch thut es mir wegen einer gewissen dummen Neugier selbst fast leid, nicht dabey zu seyn.
Jean Paul schlug das Diner wegen Müllner aus; der Pudel war mit im Spiel, denn J. P. sagte: er fürchte, Mllnr möge ihm Terpentin ins Ohr gießen.
Heut oder morgen wird meine Recension von Bärmanns casa con dos puertas fertig. Ich möchte Sie gern wegen mancher Stellen zu Rathe ziehen, könnten Sie mir einmal ein halb Stündchen dazu bestimmen? Diesen Abend sehe ich Sie vielleicht ein Augenblickchen, da bereden wir das.
Sind Ihre Reisenden fertig? soll ich denn darauf warten, bis sie gedruckt sind? Lesen Sie sie nicht vorher einmal? — Ich bin ja selbst Reisender.
Den Cain und den spanischen Ortiz geben Sie wohl dem Pagen mit; Jener ist mir abverlangt worden. Allerschönsten guten Morgen.
Ihr
treuer