2) ob er Herz. Anhalt-Dessauer Kammerherr ist?
Mit alter Verehrung
Ihr
A. v. Humboldt.
IX.
Potsdam, 16t. Oct.
Ich habe vorgestern (14ten) mit tiefer Rührung theurer Freund, Ihren liebenswürdigen Brief erhalten und die Einlage am 15t. Morgens sogleich dem König eigenhändig im Marmorsaal übergeben. Der Brief ist hastig in meiner Gegenwart erbrochen und von beiden Majestäten mit dem lebhaftesten Ausdruck schmerzlicher Theilnahme gelesen worden. Von der herzlichen Zuneigung beider brauche ich Ihnen nichts zu sagen, es ist mehr als die Huldigung eines Geistes, der groß und wohlthätig auf sein Zeitalter gewirkt, es ist bei König und Königin das unverbrüchlichste unwandelbarste Anerkenntniß der Anmuth der Sitten, der tiefen Achtung des Charakters, der Zartheit der Gefühle, welche sich durch Gebehrde und Stimme verkündigen. Herrn Altmann aus der Ferne des Hallischen Thores und den violett-sammtnen brieflosen Herrn Eckardt, der laut der Vorrede sich das Publikum als den „Salon einer geistreichen Dame“ denkt, vergesse ich auch nicht. Was mich aber neben dem so rein menschlichen Antheil des Königs und der Königin an Ihren Leiden im innersten bewegt sind die erhebenden, freundlichen Worte, die Sie an mich richten. Wie soll ich meinen Dank dafür aussprechen: er ist enthalten in den wärmsten Wünschen, die ich zum Himmel schicke. Meine feste Hofnung ist Ihre herrliche kräftige Constitution.
A. Hdt.
Meine Verehrung der vortreflichen Gräfin. In Eile.