Ich gebe Ihnen, theurer Freund die frechen, unverständlichen, unehrlichen Aphorismen Schellings zurück. Um den „Jug“ (?) (— unlesbar —) den er gemacht zu haben sich rühmt, beneide ich ihn nicht. S. XLIV lesen Sie die verruchtesten Säze über das Recht der Staatsgewalt, auch giebt es S. XLII „ein Christenthum vor dem Christenthum.“ Zwischen den Citationen von Luthers Tischreden und der Kirchenzeitung bin ich auch p. X citirt und des „Zurücknehmens“ beschuldigt. Empfangen Sie noch meinen freundlichsten Dank für lange Geduld, die Sie mir gestern geschenkt.

Ihr

A. v. Humboldt.

XVI.

Sonntag Nacht.

Herr Tholuck, religiöse Dinge, Family Prayers, oder gar Thierquälerei, mein edler Freund, sind Dinge die von mir kommend, bei dem König und der Königin nur Lächeln erregen müssen. Sie können denken, wie gern ich Sie von dergleichen gern befreien möchte, aber da Briefe die nicht an den König oder die Königin gerichtet sind, ungelesen bleiben, da alles was man darüber mündlich vorbringt, spurlos verhallet, so giebt es für Sie und mich nur ein Mittel der Befreiung von solchen theologischen und thierischen Anmuthungen; das Mittel ist: Briefe zu fordern, die man versiegelt und unterzeichnet übergeben wird.

Ich lebe mit den Toten, erst B. und die Pflichten, die eine Familie von 5 Kindern mir auflegt: heute hab’ ich wieder eine Leiche: Der junge talentvolle spanische Litterator, Enrique Gil, Verf. des Romans el Sr. de[2]....., ist heute morgen 29 Jahr alt an der Schwindsucht hier gestorben. Ich bin morgen mit seinem Begräbniß beschäftigt. Das sind meine Beschäftigungen. Bülow’s Dedication wird gewiß dem König angenehm sein. Der König und die Königin sind immerdar mit Ihnen liebevoll beschäftigt wie

Ihr

unverbrüchlich