Mein Memorabilien-Buch ist noch immer nicht heraus, doch nun zum künftigen Monat versprochen. Sobald es da ist, werde ich ein Exemplar übersenden.
Der Canzler Müller schrieb mir vor einigen Wochen, Hafner I. sei Ihnen remittirt, diesen wiedergekehrten Sohn drücken Sie also wenigstens an Ihre väterliche Brust, wegen seines Bruders ist nun freilich nichts weiter zu machen.
Von Tristan habe ich eilf Gesänge geschrieben, d. h. den ersten Theil. Der zweite wird neun enthalten und soll nun ungesäumt folgen, denn ich will das Gedicht mir vom Herzen haben. Hoffentlich ist das Ganze gegen Ende des Jahres fertig. Es wird mir bei dieser Arbeit so gut, daß ein Paar Enthusiasten sie ohne alle Kritik von Gesang zu Gesang begleiten, was bei einer Production die fast über eines Menschen Kräfte geht, beinahe nothwendig ist.
Sonst lebe ich still und friedlich fort. Ich wollte, es würde mir noch einmal so gut, Sie an meinem Heerde sitzen zu haben. Meine gute Frau empfiehlt sich Ihnen und Ihrem ganzen Hause. Sie sieht ihrem Stündlein in einigen Wochen entgegen, ist hoffnungsvoll, froh und kräftig. Geht Alles gut, so werde ich wohl im Herbst einen Abstecher nach Belgien machen, Brüssel, Gent, Brügge, Antwerpen sehen.
Friedrich Wilhelm IV.! Welche Constellationen, Combinationen und Figuren des Schicksals! Ist Ihnen auch so wunderbar bei diesem Thronwechsel geworden? Gott gebe dem neuen Herrn recht gesunden nüchternen Menschenverstand! Das Andre hat er wohl Alles.
Können Sie mir denn gar keine sichere Notiz über die Gestalt (d. h. die Architektonik des Gerüstes) der ältern Spanischen Bühne nachweisen? Ich brauche sie so nöthig. Meine freundlichste Empfehlung allen Ihren Angehörigen, und behalten Sie lieb
Ihren
Immermann.
Auf der Adresse: Hiebei eine Rolle in grauer Leinwand Sign. H. T. à Dresden enthaltend einen Kupferstich.