Und nun beschwöre ich Dich noch einmal, mein ewiggeliebter Tieck, schreib mir, tröste mich bald. O Tieck! wollen wir in Erlangen nicht glücklich wie im Elysium leben? Wir müssen!! Meine ganze Seele erhitzt sich jeden Augenblick itzt bey dem Bilde dieses zukünftigen Himmels. Aber schreib mir den Tag, wenn Du kommst; komm doch so bald als möglich — was hindern Kollegia Dich? — Den ersten Posttag nach Ostern, werden, müssen wir vermuthlich reisen; und Ostern ist 31. März.

Schreib mir doch an demselben Tage, da Du diesen Brief bekommst, wenns irgend angeht: — nur das Nöthige, nur ein paar Zeilen.

Ich hoffe und wünsche, daß Du gesund und vergnügt bist.

Ewig Dein Freund.

W. H. Wackenroder.

XV.

Sonnabends,
den 2ten März 1793.

Mein bester Tieck.

Gottlob, daß ich doch einmal wieder ein paar Zeilen von Dir am Montag erhielt. So wenig es war, so machte es mich doch ganz außerordentlich froh. Du bist nach Kassel gereist; deswegen schrieb ich Dir nicht am Dienstag; nun wirst Du wohl zurück seyn. Deinen Abdallah kann ich erst in den folgenden Tagen lesen; ich habe ihn Deiner Schwester geliehen gehabt.

Seit vorigen Ostern hab ich Dich nie so vermißt, hab ich nie so ungeduldig den herzerhebenden Umgang mit Dir zurückgewünscht, als in diesen letzten Monaten. Zuweilen habe ich indeß, ich muß es gestehen, einige sehr vergnügte Stunden; allein ich kann es mir nicht verbergen, daß ich bey Dir ein ganz anderes, höheres Vergnügen empfinden würde.