Was sagst Du dazu, daß Du nun, in wenigen Tagen drey Briefe von mir erhältst? Max, durch welchen Du diesen Brief erhältst, wünscht nehmlich, daß Dein Beitrag zu unserer kleinen gemeinschaftlichen Unternehmung, nicht zu karg ausfallen mag — wie viel, wird er Dir selbst schreiben. Er glaubte, daß eine Bitte von mir einigen Einfluß haben möchte und ich wage es, dasselbe zu glauben. Du wirst aus allen sehen, daß meine Lage mich gegen ihm in einer Stellung gesetzt, die mir die Erfüllung der Bitte wichtig macht und ich bin so unverschämt, Deine Freundschaft in Anspruch zu nehmen. Grüß alle.

Dein

Steffens.

XI.

Breslau, d. 17. Junii 1821.

Lieber Tieck!

In großer Eile empfehle ich Dir den Ueberbringer — den Schauspieler Löwe[5] den jüngern aus Prag — nicht zu verwechseln mit dem carricaturmäßigen ältern Bruder. — Er ist in der That ein liebenswürdiger Mensch und Du wirst, irre ich nicht, auch den Künstler, wenigstens gewiß sein schönes Streben und seine Bescheidenheit ehren. Er wünscht Dich lesen zu hören. — In der That nicht aus müßiger Neugierde. Ich habe ihm zwar nur wenig gesehen, aber er hat für mich etwas außerordentlich einnehmendes.

Noch hoffe ich Dich im Herbst zu sehen. Grüß alle.

Steffens.