Doch wohin gerath’ ich? — Ich wollt’ Ihnen ja nur mein jüngstes Kind darbieten mit dem oft gebrauchten aber gewiß niemals inniger empfundnen „nimm es hin!“ —
Und so denn mit dem Gruß wahrhaftester Ergebenheit und dem Wunsche, daß Sie uns, der Nation, recht lange noch mögen erhalten werden, empfiehlt sich einer Ihrer innigsten Verehrer
H. Stieglitz.
Stjernström, Eduard.
Das ist offenbar der schwedische Schauspieler, den Herr von Beskow in seiner Briefe einem erwähnt. Leider haben wir nicht auskundschaften können, wie Tieck den hier kundgegebenen Plan aufgenommen, und was er dem jungen Manne für eine Antwort ertheilt haben mag? Möglicherweise gar keine! Und vielleicht hat die deutsche Bühne dadurch einen Verlust erlitten!
Wenn der verstorbene Jerrmann mit eisernem Willen und Fleiße durchsetzte, auf dem théatre français in einigen Talma’schen Rollen geduldet zu werden; — wenn eine schöne Magyarin binnen etlicher Jahre aus der „ūngarischen“ Schauspielerin sich in eine deutsche umzubilden vermochte; — wenn Bogumil Dawison, der als ein „gebrochenes Deutsch“ redender Pole aus Lemberg nach Berlin kam, in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu einem der ersten Schauspieler unserer Bühne, und was hier noch schwerer ins Gewicht fällt, zu einem der besten Redner in unserer Sprache sich erhob — — — dann seh’ ich doch wirklich nicht ein, weshalb der gute Herr Stjernström nicht hätte prosperiren können? — Weil er unrichtig in deutscher Sprache schreibt etwa? — Ach, lieber Himmel, wer wird das einem Schweden übel nehmen? Es hat vortreffliche Künstler gegeben (und wer weiß ob es ihrer nicht noch giebt?), die ihre eigene Sprache nicht sicherer schrieben, als Stjernström die fremde, und die deshalb doch auf den Brettern ganz tüchtig waren.
Stockholm, den 26. Oktober 1841.
Hochwohlgebohrner Herr Hofraht!