Spillner habe ich nur noch einmal besucht. Er wird wohl diesen Donnerstag abgereiset seyn. — An Piesker schreibe ich, was Du verlangst, (morgen nämlich,) und bitte ihn, mir auf alle Fälle zu antworten, damit, wenn er auch in der kurzen Zeit, die Du noch in Bülzig bleibst, Dich nicht sollte sehen können, ich Dir doch den Grund seines Ausbleibens künftig schreiben kann. — Den Brief an Deine Schwester habe ich abgegeben, und dabey Deine liebe Stube wiedergesehen. Wäre ich Alexander, so würde ichs mit der eben so machen, wie jener mit Pindars Hause. Sie müßte eine ewige Reliquie bleiben, wenn auch ganz Berlin untergienge. Ich werde die Stube nie ohne Rührung, nie ohne von wehmüthigen Erinnerungen gepreßt zu seyn, ansehn. Es ist eine herrliche Stube!


Könnte ich doch bey Dir seyn, und auch mit Deinem allerliebsten Lamme spielen. Die Mutter von Matthison würde mir, wie Dir, eine sehr interessante Bekanntschaft gewesen seyn. — Was Schmohl betrifft, so grüß ihn herzlich. Ich sollte denken, daß Dein Feuer nothwendig durch längern Umgang in sein kühleres Blut übergehen, und ihn immer mehr vom Felde der trockenen Betrachtung abziehen müßte, um ein Jünger Deiner Götinn, der Phantasie, zu werden.


Es ist bald 12 Uhr Nachts. Ich lege mich jetzt schlafen. Ich merke daß es eine wahre Wonne ist, an Dich zu schreiben. Selig, selig ist der Tag, den ich mit dem Gedanken an Dich beschließe. Er wird mich auch im Schlafe nicht verlassen. Träume Du auch von mir. Denkst Du jetzt an mich? Oder träumst Du von mir? — Eine allerliebste schmelzend-sanfte Elegie von Voß fängt an:

„Denkt mein Mädchen an mich?“

Es ist eine höchst natürliche schöne Empfindung darin. — Jetzt hat es grade 12 geschlagen. Gute Nacht. Tieck, fliege her, und ich drücke den feurigsten Kuß auf Deine Lippen. Gute Nacht, der Himmel sey mit Dir! Gute Nacht!


Den 6ten May, Sonntag, Morgens.