Ein Schauder verschlang alle seine süßen Empfindungen, mit kalter Hand griff ein Grausen in seine Brust und zerriß das zarte Gewebe.
Welche dunkle Macht hat mich hierher geführt? rief er aus. — Der Jammer verfolgt mich ungestüm bis in die Wohnung der Seeligen. — Alle gräßlichen Erinnerungen steigen wieder von diesen Felsen herab, es kömmt mir wild und zähnknirschend entgegen! — Das Bild meines Vaters regt sich unter meinen Füßen und will sich zu mir emporarbeiten. — Hinweg! hinweg! —
Er entflohe mit bleichem Antlitz, als es aus den Bergen hinter ihm »Abdallah!« rief.
Ein neuer Schauder warf sich ihm entgegen. Er stand. — Ein Greis stieg von dem Berge herab und eilte auf Abdallah zu.
Wer bist du? rief ihm der Jüngling entgegen.
Dein Freund, antwortete der Greis. —
Eine dunkle Erinnerung schwebte in dem Gesicht des Alten, Abdallah hatte ihn schon gesehn: nach langem Nachsinnen entdeckte er, daß es eben der Greis sei, der in jener fürchterlichen Sturmnacht in die Arme Omars geeilt sei, ehe er unter der Cipresse einschlief. —
Der Greis reichte ihm stumm eine Sammlung von Palmblättern.
Was soll das? fragte Abdallah erstaunt.
Nimm, antwortete der Greis, — lies und sei gerettet!