Die vorliegende Arbeit, die in dem Zeitraume von Ostern 1901 bis Ostern 1902 auf Anregung und unter Leitung meines verehrten Lehrers Herrn Professor Dr. Karl Grünberg in dessen Seminar an der Wiener Universität entstanden ist, will die Entwicklung des gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisses in Galizien von dem Zeitpunkte der Vereinigung dieses Landes mit Österreich (1772) bis zur Grundentlastung (1848) zur Darstellung bringen. Hiebei mußte, sowohl wegen der Verschiedenheit der Quellen als auch aus sachlichen Gründen, die Agrargesetzgebung der Republik Krakau, deren Gebiet im Jahre 1846 an Österreich kam, ausgeschieden und einer besonderen Arbeit vorbehalten werden.

Bei der Suche nach Materialien fand ich in den Archiven und Bibliotheken freundliches Entgegenkommen. Zu besonderem Danke fühle ich mich verpflichtet gegenüber den Herren Prälat Dr. Karl Schrauf, k. und k. Sektionsrat im Haus-, Hof- und Staatsarchiv; Regierungsrat Dr. Thomas Fellner, k. k. Archivdirektor, Dozent Dr. Heinrich Kretschmayr, k. k. Archivar, und Dr. Franz Wilhelm, k. k. Archivkonzipist im Ministerium des Innern; Dr. Franz Kreyczi, k. und k. Archivar im Hofkammerarchiv.

Vor allem aber sei es mir gestattet, Herrn Professor Dr. Karl Grünberg, der mich bei meiner Arbeit in liebenswürdigster Weise unterstützte, meinen innigsten Dank auszusprechen.

Wien, im August 1902.

Der Verfasser.

Inhaltsverzeichnis.

Seite
Vorrede[III]
Inhaltsverzeichnis[V]
Einleitung[1]
§ 1.Galizien[1]
§ 2.Überblick über die Entwicklung der bäuerlichen Verhältnisse in Polen bis zur ersten Teilung[2]
§ 3.Die ländliche Verfassung Galiziens im 18. Jahrhundert. (I. Die Untertänigkeit.)[9]
§ 4.Die ländliche Verfassung Galiziens im 18. Jahrhundert. (II. Die Grundobrigkeit.)[15]
§ 5.Die ländliche Verfassung Galiziens im 18. Jahrhundert. (III. Die Untertanenklassen und ihre Besitzrechte.)[20]
§ 6.Die ländliche Verfassung Galiziens im 18. Jahrhundert. (IV. Die Frondienste.)[24]
§ 7.Ein Blick auf die Stellung des Staates zur Bauernfrage in Polen und in Österreich[28]
Erstes Kapitel: Die bäuerlichen Verhältnisse in den ersten Jahren der österreichischen Herrschaft[31]
§ 1.Die Organisierung der Verwaltung in ihrem Einwirken auf die ländliche Verfassung[31]
§ 2.Anfänge des ländlichen Arbeiterschutzes[36]
Zweites Kapitel: Die josefinischen Reformen[42]
§ 1.Die Aufhebung der Leibeigenschaft[42]
§ 2.Die Regulierung der Untertansschuldigkeiten[46]
§ 3.Maßregeln zur Besserung der untertänigen Besitzrechte[56]
§ 4.Das Raab'sche System[69]
§ 5.Reform des obrigkeitlichen Amtes[71]
§ 6.Die Steuer- und Urbarialregulierung[74]
Drittes Kapitel: Die nachjosefinische Zeit[79]
§ 1.Die Aufhebung der Steuer- und Urbarialregulierung[79]
§ 2.Reformen und Reformversuche in der nachjosefinischen Zeit[88]
§ 3.Das gutsherrlich-bäuerliche Verhältnis in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts[93]
Viertes Kapitel: Der Aufstand des Jahres 1846 und seine Folgen[101]
§ 1.Zur Vorgeschichte des Aufstandes[101]
§ 2.Die Untertansfrage auf dem Landtage[106]
§ 3.Der Ausbruch des Aufstandes und die Maßnahmen der Regierung[111]
§ 4.Die außerordentlich bevollmächtigte Hofkommission[120]
§ 5.Die Durchführung der Urbarialregulierung[129]
Fünftes Kapitel: Die Grundentlastung[133]
Verzeichnis der benutzten Akten und Druckschriften[139]

Einleitung.