„Die Abgesandten des Herzogs!“

Ich war nahe daran, in Ohnmacht zu fallen, aber plötzlich erfüllte Entschlossenheit meinen Verstand mit kalter Ruhe. Ich verschloss die Tür, befahl Ursula zu schweigen und stieg wichtig und langsam die Treppen zu den rosigen jungen Deutschen hinunter.

„Ihr seid vom Herzog Ernst Johann nach mir gesandt?“ fragte ich ruhig. Die Deutschen verbeugten sich und begannen gleichzeitig:

„Wir haben die Ehre mit . . .?“

„Ja, Ihr sprechet mit dem berühmten Ambrosius, Petrus, Hieronymus Scalzarocca.“

„Aber, ehrenwerter Herr, man sagte uns . . . machte uns auf Eure Jahre aufmerksam . . . .“

„Am Tage der heiligen Jungfrau Praxedis, den einundzwanzigsten Juli, werde ich fünfundvierzig Jahre alt werden,“ sagte ich würdevoll und lächelte träumerisch vor mich hin. Als ich den zweifelnden Blick der Deutschen gewahrte, fügte ich, auf die an der Tür herumstehende Ursula weisend, hinzu: „Diese Frau wird Euch meine Worte bestätigen. Dem Weisen erschliessen sich alle Geheimnisse der Natur, und selbst die Jahre haben, wie Gift und Verleumdung, keine Macht über ihn.“

Die Deutschen hörten mit halboffenem rosigem Munde ehrfurchtsvoll zu, während der ätzende Rauch aus Scalzaroccas Laboratorium in einem feinen Streifen sich an der Oberlage hinzog.

Vierter Teil

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