Marja Nikolajewna lächelte hochmütig.

„Gehen wir!“ sie erhob sich. „Lande, kommen Sie gleich nach!“

„Gut!“ antwortete Lande ruhig und wandte sich wieder zu Schischmarjow hin.

Im Augenblick fühlte sich Marja Nikolajewna schmerzlich vereinsamt; sie wurde unruhig. Sie hörte noch, als sie nach einer langen Allee hinübergingen, die sich endlos in Leere und Finsternis aufzulösen schien, wie Lande sprach:

„Der Mensch kann nicht glücklich sein, wenn er andere zwingt, seine Rechte zu respektieren, sondern nur, wenn er sie zu lieben lehrt. Aber es ist noch weit, bis es dazu kommen wird.“

Sie waren ziemlich tief in das Innere des Gartens gekommen. Die Töne der Musik drangen nur dumpf hierher und klangen ihnen wie ausgehöhlt in die Ohren. Die Laternen leuchteten tot und trübe, mit gewöhnlichem Lampenlicht. Die Bäume standen nicht mehr dicht, und zwischen ihnen lugte der Sternenhimmel und die Kälte durch.

„Was wollten Sie mir sagen?“ fragte Marja Nikolajewna.

Molotschajew atmete schwer.

Sein Entschluß kam ihm jetzt unter ihrem absichtlich kühlen Blick, ihrer geraden Gestalt gegenüber, die von einem strengen Kleid umschlossen wurde, plötzlich sinnlos und schmutzig vor.

„Ich ...“ er zwang sich das Wort gewaltsam ab, wußte aber nicht, wie er fortfahren sollte. Seine Kiefer schlossen sich unwillkürlich wie aus Eisen, als ob gerade jetzt das harte Schweigen notwendig wäre.