„Weshalb gleich ein Ende zu machen,“ fragte Mishujew behutsam und weich: — „ist sie dir ennuyant geworden?“
„Ach was, ennuyant!“ versetzte Stepan Iwanowitsch, während sein Gesicht einen eigentümlichen Ausdruck annahm: „ich fühle im Gegenteil, daß ich mich ohne sie ziemlich langweilen würde! ...“
Er verstummte unerwartet bei diesem trockenen geizigen Satz, aber Mishujew hörte mit warmer Teilnahme Vieles und Tiefes aus ihm heraus.
„Um was kümmerst du dich dann? ... Lebe doch mit ihr nach wie vor.“
„Leider ist sie nicht so eine ... Sie wird verlangen, daß man sie vor aller Welt öffentlich anerkennen soll ... Eine Maitresse wird die nicht ...“
„Dann tue es doch ... meinetwegen heirate ... vielleicht wirst du glücklich!“
Mishujew lächelte unwillkürlich wieder.
Doch diesmal huschte über das Gesicht Stepan Iwanowitsch’ nicht der frühere sympathische verwirrte Ausdruck. Es blieb geschäftsmäßig und kühl.
Mishujew aber stellte sich die niedliche Frau, die junge reine Mutter vor, von der und von derem Kinde etwas wie Sonne und freudige Farben in die Seelen eindringen würde. Die Gestalt Stepan Iwanowitschs, neu, belebt und einfach, hob sich, von diesem Strahl beleuchtet, undeutlich von ihm ab. Aber all das verschwand sofort wieder.
„Wenn ich heiraten wollte, so werde ich nicht eine Frau nehmen, die sich auf den Schreibtisch setzt, einem einen Helm aus Geschäftspapieren macht und lacht und weint zur gleichen Zeit ...“