„Ihr Ton ist wirklich unangenehm,“ gab er hartnäckig, fast drohend zurück.

„Es ist nun einmal so meine Art zu reden,“ meinte Ssanin, trotz des erkennbaren Aergers, doch mit dem Wunsche zu beruhigen.

„Er ist aber nicht überall angebracht! Ich begreife überhaupt nicht, warum Sie immer mit solchem Aplomb auftreten ...“

„Wahrscheinlich in dem Bewußtsein, daß ich klüger bin als Sie,“ antwortete Ssanin noch ruhiger.

Jurii blieb, von Kopf bis zu den Füßen durchgehend erzitternd, stehen: „Hören Sie mal,“ obgleich man sein Gesicht nicht erkennen konnte, fühlte man, daß es blaß wurde.

„Regen Sie sich doch nicht auf,“ Ssanin hielt ihn liebenswürdig zurück. „Ich hatte gar nicht die Absicht, Sie zu beleidigen. Ich habe Ihnen nur meine aufrichtige Meinung gesagt. Und dieselbe Meinung haben Sie von mir, von Deutz hat sie von uns beiden, — — — was wollen Sie, das ist ganz natürlich ...“ Ssanins Stimme war so aufrichtig und zart, daß es nur komisch gewesen wäre, mit dem aufgeregten Schreien fortzufahren. Jurii schwieg eine Minute still. Von Deutz, der offenbar die unangenehme Situation für ihn mitempfand, klirrte ernsthaft mit den Sporen und atmete schwer und deutlich.

„Aber ich spreche es doch nicht aus,“ sagte Jurii gepreßt.

„Recht schade darum! Ich habe vorhin Ihrer Diskussion mit Deutz zugehört; in jedem ihrer Worte klang ganz handgreiflich und verletzend dasselbe durch. Es handelt sich also nur um die Form. Ich sage frei heraus, was ich denke, und Sie tun es nicht. Das aber wird auf die Dauer uninteressant. Wenn Sie aufrichtig sein wollten, wären Sie viel genießbarer.“

Von Deutz lachte plötzlich kleinlich auf: „Das ist aber originell!“ Er verschluckte sich wieder einmal vor Entzücken.

Jurii antwortete nichts. Aber sein Aerger legte sich. Er wurde sogar im Augenblick innerlich froh. Immerhin bedrückte es ihn, daß er schließlich hatte nachgeben müssen; doch das wollte er nicht zu erkennen geben.