Ein endloses Menschenheer, das aus der Finsternis heraufstieg und wieder in sie hineinwallte, schob sich plötzlich an seinen Augen vorüber. Eine Reihe von Jahrhunderten ohne Anfang und Ende, eine Kette von Leiden ohne Lichtstrahl, ohne Sinn, ohne Erlösung ... Und oben, wo Gott thront, herrscht ewiges Schweigen. — — —
Sultan klapperte mit dem leeren Eimer, stieß ihn um und wedelte unter schwachem Kettengeklirr mit dem Schwanz.
„Nu, ... hast du gefressen, ... nu ...“
Ssoloveitschik streichelte den rauhen Rücken, fühlte einen Augenblick an der Hand den lebendigen, sich zärtlich biegenden Körper und ging ins Haus.
Weit hinter ihm klirrte Sultan mit der Kette; auf dem Hof war es etwas heller, aber gerade dagegen erschien das alte, schwarze Gebäude der Mühle mit dem zum Himmel ragenden Schornstein und dem schmalen, sargartigen Schuppen noch dunkler und furchtbarer. Ein schmaler Lichtstreifen schob sich vom Fenster durch das Vorgärtchen. Schwankende Köpfe zarter Blumen hoben sich von ihm ab, bewegten sich unter dem schwarzen Himmel, der seine grauen Fahnen unendlich entfaltet hatte, geängstigt hin und her, als wenn sie die dumpfe Ahnung des Sterbens heranschleichen fühlten.
Ssoloveitschik ging ins Zimmer; er war von der erdrückenden Trauer, etwas unwiderbringlich verloren zu haben und jetzt ganz einsam zu sein, durchdrungen. Er setzte sich an den Tisch und begann langsam und schwer zu weinen.