Ssanin und Iwanow traten auf die Straße hinaus; beide schwiegen eine ganze Weile.
„Weshalb erbitterst du die Menschen so?“ sagte endlich Iwanow. „Demnach mußt du als ein ganz bösartiges Geschöpf bezeichnet werden.“
„Wenn es mit dir so ginge, wie mit mir, daß dir dein ganzes Leben lang diese freiheitsliebenden jungen Menschen ohne Unterbrechung vor die Füße laufen,“ antwortete er ernst, „so hättest du sie noch ganz anders angefaßt! ... Uebrigens, hol sie der Teufel!“
„Na, rege dich nicht auf, Freund!“ sagte Iwanow halb im Scherz, halb ernst, „weißt du was: wollen wir mal etwas Bier holen gehen und dann des nun verstorbenen Knecht Gottes Jurii Nikolajewitsch gedenken ... wie?“
„Schön, meinetwegen ...“ willigte Ssanin gleichgültig ein.
„Bis wir wiederkommen werden die andern schon fort sein,“ fuhr Iwanow lebhaft fort, „da werden wir gerade über dem Grabe für sein Heil trinken können ... so, dem Toten als Ehrung und uns zum Vergnügen.“
„Meinetwegen.“
Als sie wieder auf den Kirchhof kamen, war kein Mensch mehr da. Die Kreuze und Denkmäler standen wie in Erwartung und drückten bewegungslos auf den gelbgewordenen Boden. Kein Lebewesen war zu sehen und zu hören; nur eine glitschige schwarze Schlange glitt rasch über den Pfad und rauschte im abgefallenen Laub.
„Ah, du Biest!“ rief Iwanow und schrak zusammen; vergebens schlug er mit dem Stock hinterher.
Am frischen Grab Juriis, wo es nach aufgerissener kalter Erde, nach verfaulten alten Blättern und der grünen Tanne roch, stapelten sie im Gras einen Haufen schwerer Bierflaschen auf.