Als sie zum Bahnhof kamen, brannten schon Signalfeuer auf den unzähligen schwarzen Gleispaaren, und die Lokomotive eines abfahrtbereiten Zuges keuchte gleichmäßig und schwer. Menschen liefen umher, klappten mit den Türen, riefen einander an und schimpften mit herben, gehässigen Stimmen, gleichsam, als wären alle in trauriger Stimmung und suchten das unter der Maske der Gehässigkeit zu verbergen. Ein dunkler Haufen ratloser Bauern mit Bündeln beladen, drängte sich auf dem Bahnsteig.

Im Wartesaal tranken sich Ssanin und Iwanow noch einmal zu.

„Nun, Glück auf die Reise!“ wünschte Iwanow traurig.

„Ich habe immer gleiches Glück, Freund,“ lächelte Ssanin. „Ich verlange nichts vom Schicksal, ich erwarte auch nichts von ihm. Und das Ziel der Reise ist doch niemals glücklich. Alter und Tod, weiter bleibt nichts! ...“

Sie gingen zusammen auf den Bahnsteig und blieben vor dem Waggon stehen: „Na, Lebewohl!“

„Lebewohl!“

Es war beiden unerwartet, daß sie sich küßten.

Knirschend und zischend setzte sich der Zug in Bewegung.

„Ach, Bruder, wie lieb, wie lieb du mir geworden bist!“ rief plötzlich Iwanow Ssanin zu. „Der einzige wahre Mensch bist du für mich!“

„Und du bist der einzige, der mich gern hat,“ Ssanin lächelte, er sprang auf das Trittbrett eines vorbeirollenden Wagens.