— Die Beleuchtung in hiesiger Art ist mir neu und überraschend. Man watet hier förmlich in feinem Licht. In Teuta kennt man das nicht.
— In Teuta!
Maikka lachte wieder. Fest und geschmeidig, in anmuthigen Schritten und Bewegungen ging sie voraus, zuweilen stehen bleibend, bis der Gast an ihrer Seite war. Aber ihre Lebhaftigkeit ließ sie gleich wieder den Vormarsch nehmen.
— Wir lassen die Erde selbst leuchten, ohne viel Künstelei. Der Boden ist hier so reich an Leuchtstoff. Man brauchte nur sinnreich dem Magnetismus die Bahn freizumachen. Das ist unser Nordlicht, nur daß es nicht in hohem Bogen steigt. Sieh, wie der Himmel sich sammetdunkel über die lichte Erde spannt. Man merkt nur am Mond und an den Sternen, daß es Nacht ist.
Sie blieb vor Grege stehen und blitzte ihn mit leuchtenden Augen an.
— Ueber dem See ist geringerer Schimmer, da muß Deine Haut leuchten! Bist Du sehr geübt in Muskelarbeit?
Grege mußte beschämt verneinen. Obwohl er daheim in natürlichem Drange mancherlei Uebungen gemacht, ganz insgeheim, da sie wider die öffentliche Ordnung verstießen, fühlte er doch, daß er als Angehöriger eines Volkes von Rutschern, Hockern und Liegern mehr verweichlicht war, als sich mit einer kräftigen Ausbildung von Muskeln und Sehnen verträgt.
— Ich habe ein kleines einsitziges Boot am Ufer. Wenn Du willst, kannst Du rudern und ich schwimme hinterdrein mit meinem Fox. Wir sind Luft-, Land- und Wassermenschen, nach Belieben, Grege.
Und wieder klang ihr frisches, seelenvolles Lachen in die stille schimmernde Nacht.
All’ seinen Lebtag hatte Grege kein solches Lachen in Teuta gehört. Lautes Lachen vertrug sich dort überhaupt nicht mit der staatlichen Wohlanständigkeit. Nur an den hohen Feiertagen bildete das Lachen einen Bestandtheil der offiziellen Freude, eine anerkannte Programm-Nummer sozusagen.