Seine Liebesgeschichte entlockte ihr kaum ein spöttisch-mitleidiges Lächeln.

Seine königliche Abstammungs-Fabel von einem gefangenen Friska-Fürsten fand sie geschmacklos. Alles Dekadente berühmt sich seiner Abstammung und pocht auf Ahnenreihen. Sie warf an dieser Stelle seiner Erzählung nur die Bemerkung hin: — Was liegt an Vorfahren? Daß man Vorfahr werde und Nachkommen habe, die die Welt mit Glanz erfüllen, daran liegt etwas. Vielleicht liegt auch an den Nachkommen nichts, wer weiß!

Seine Stellung als Zarathustra-Protagonist dünkte

ihr barok, um kein verletzenderes Eigenschaftswort zu gebrauchen. Uebrigens behielt sie sich vor, hinsichtlich Zarathustras ihm, auf den Zahn zu fühlen. Seine geschichtlichen Kenntnisse erschienen ihr lückenhaft. Er gab seine Urtheile mit einem Wortprunk, der ihr als afterpoetisch und unwissenschaftlich zuwider war.

Den Hinweis auf seine nächsten Zukunftspläne nahm sie mit ironischem Kopfnicken auf: — Du willst auf die Insel? Was willst Du dort? Frei sein? Wovon, wozu? Ein Herr sein, wem? Schöpfer, wessen? Welchen Inhalt soll Deine Kraft, Deine Jugend auf der einsamen Insel haben? Ist ein Weib ein Inhalt?

Kurz, sie ließ kein gutes Haar an ihm.

Und nun hatte sie ihn hierher bestellt, und sie standen, wo sie gestern gestanden.

— Was hast Du heute gearbeitet? begrüßte sie ihn.

Grege schüttelte unmuthig den Kopf.

— Du sehnst Dich von hier fort?