Das Thor steht offen, Grege steigt eine Treppe hinauf. Er schlägt den Mantel auseinander und nimmt den Hut ab. Es ist ihm fast ein wenig zu warm geworden. Er betritt den Raum, wo offenbar Versammlungen abgehalten werden. Keinerlei Einrichtungsgegenstände. Nur umlaufende Bänke an den Wänden, diese licht getäfelt, die Decke blau gemalt.

Grege wendet sich einem breiten Wandelgang zu, an dessen Ende eine Thür einladend offen steht.

Ein alter Herr tritt ihm entgegen, ein Herr, eine wirkliche „Hoheit“ (o Teuta!), kein gewöhnlicher Durchschnittsmann. Er ist wohl achtzig- oder neunzigjährig, seine hohe Gestalt ein wenig gebeugt, sein dunkelblauer, mantelartiger Anzug sitzt lose auf ihm, langes, weißes, lockiges Haar wallt auf seine Schultern. Grege erinnerte sich nicht, je in ein würdevolleres und zugleich freundlicheres und gütigeres Greisenantlitz geblickt zu haben. Seine Wangen sind zwar gefurcht, aber von lebendiger Färbung, aus seinen blaugrauen Augen, von mächtigen weißen Brauen überbuscht, leuchtet Männlichkeit

und Wohlwollen zugleich. Ein patriarchalischer Herr. Klarheit und Entschiedenheit thronen auf seiner Stirn.

Mit höflicher Handbewegung grüßt er Grege und ladet ihn zum Nähertreten ein.

Nun sitzen sie in einem dunkelgetäfelten, behaglichen Gemach auf Lederpolsterstühlen einander gegenüber. Durch die beiden mäßig großen Fenster sieht Grege auf grüne Baumwipfel, beregnet und besonnt, die Wassertropfen wie glänzende Kugelperlen an den Blatträndern.

Der Patriarch lächelt: — Ich bin der Aelteste dieses Landschafts-Bezirks und heiße Dich willkommen. Du bist Grege?

— Grege aus Teuta.

— Du bist uns vom Himmel gefallen, Maikka hat mir’s erzählt, unsere brave Meisterin.

— Ja, ich danke ihr viel.