Dort, wo der Staat aufhört, — so seht mir doch hin, meine Brüder! Seht ihr ihn nicht, den Regenbogen und die Brücken des Uebermenschen? —

Also sprach Zarathustra.“ — — —

Mit verzücktem Gesicht starrte Grege lange auf die Blätter, visionär, wie entrückt in ferne Vergangenheit, während er im Tone Zarathustra’s weiter sprach, improvisirend, wie sein Doppelgänger. Doppelgänger? War er’s nicht selbst gewesen, der die nämliche Rede schon gehalten, damals . . . damals, Wort für Wort . . . als das neunzehnte Jahrhundert seinen tollen Kehraus tanzte . . . in der großen Einsamkeit zwischen den dunklen Bergen, in die er geklettert, weltmüde, aus dem Süden herauf, dessen Sonne sich in seinen Kopf gesenkt, also daß das Hirn in wildem Feuer stand . . . Eisberge unvermögend, den Brand zu löschen . . .

Unsinn, Unsinn!

Dann sprang er auf und lachte so grimmig und grell . . . wie einst jene Frau, als sie ihn auf das Drachenschiff entbot.

Jawohl, das würde er, bei allen Göttern und Uebermenschen, selbst Alles noch so gefunden haben, wie es Zarathustra vor tausend Jahren herausgearbeitet . . .

Besser so, jetzt geht es desto schneller . . . Krystallhart schossen seine Gedanken in einander zu unzerreißbarem Gefüge . . .

Es klopfte an der Thür. Grege überhörte es.

Da trat ein ältlicher, schwarz gekleideter Mann herein, mit humoristischer Verbeugung. Ein langer Kauz, ein schlotteriges Knochengestell.

— Ich bin der Wirth zum tollen Junker, begann er, wie ein Schauspieler, der eine komische Rolle hersagt, — ich bin der Wirth zum tollen Junker Heinz, und weiß derowegen nicht, ob die Meinung, über deren Vorhandensein bei mir keinerlei persönliche Verantwortlichkeit mich trifft, das Glück hat, dadurch an Bedeutung zu gewinnen, daß sie mit den Absichten meines Gastes übereinstimmt.