Nein, es konnte keine Fabel sein.
Wie das Meer in seinem Aufruhr, wie Sturm- und Gewitternacht heute noch, wenn die Jahreszeiten sich kreuzen, so war einst die Menschheit, ehe die große Helle und Stille über sie kam.
Auch die Angelos, die drüben auf der großen Insel, weit weg vom Strande, hausten, und von denen zuweilen noch Einzelne in listiger Fahrt herüberkamen, bestätigten dies. Ja, sie hatten selbst noch mancherlei Manieren an sich, die an die wilden Menschenzeiten gemahnten, etwas Gewaltthätiges, Tückisches, Raubthierhaftes, das namentlich den Leuten, die aus Teuta stammten, beängstigend erschien und von ihnen als drohende, unausrottbare Feindseligkeit empfunden wurde, gegen die ausreichender Schutz nicht leicht sei. Aller Vorsicht und Ordnung zum Trotz.
— Gieb Acht, in dieser Nacht wird der Sturm noch losbrechen, wie wir lange keinen gehabt, sprach der blondmähnige Schiffer Willem Mom zu seinem Nachbar Fix, dem kleinen Schwarzkopf, der heute wieder unermüdlich in alten See- und Räubergeschichten gekramt und vom Hundertsten in’s Tausendste fabulirt hatte.
— Alles kehrt wieder, Willem Mom.
— Schlechtes Wetter, jawohl.
Sie wollten, heute als Wächter bestellt, dieweil Alles in den Hütten schlief, der Auffahrt des Wetters näher zusehen. Sie krochen auf den Kamm
der Düne. Zu sehen aber war in der mond- und sternenlosen Nacht nicht viel. Dicke Schwärze, zuckende Blitze, grollender Donner, regenschwere Luft.
— Es gab eine Zeit, Willem Mom, da fuhren da draußen ungeheuere eiserne Maschinen in schwarze Rauchwolken gehüllt, Dampfschiffe genannt, die an die tausend Menschen faßten.
— Das ist vorbei, Fix.