Nach unten war nichts zu sehen als ein riesiges Wolkengeschiebe, ein Zug von grauen Ungethümen, die die Erde verhüllten. Die Luft voll Salz.
Grege fühlte sich zum ersten Mal wieder als ganzer Mann, seit er die ihm aufgedrungene Fehde mit den Angelos so tapfer ausgefochten. Es war eine neue Kräftespannung in ihm geboren, er fühlte sich so frei und gehoben.
Hei, das war ein wirkliches Erlebniß, an dem er muthvollen, redlichen Antheil hatte. Den Einen beseitigt, den Andern zusammengehauen, das war ein Weg zur Klärung der dunklen Verhältnisse von Mann zu Mann.
Nun hieß es noch Ausdauer den unsichtbaren Mächten des Luftreiches gegenüber bewähren. Zähe auf der Hut sein! Mit der dumpfen Ergebung und wehmuthsvollen Beschaulichkeit war gebrochen.
Achtung, daß sich kein neues Unheilgespinnst um die Seele legt! Daß der Feind dich nicht mit Ränken umgarnt!
Der gezüchtigte Angelo gewann überraschend schnell seinen Gleichmuth wieder.
An den empfangenen Streichen hatte er einen Maßstab für die Leistungsfähigkeit seines Gegners gefunden.
Das war seine Erleuchtung, daß er an dem Teutamann nicht mehr einen Gefangenen, sondern einen erprobten Gegner hatte.
Mit der Vergewaltigung eines Schwächeren war’s vorbei.
Grege verhehlte sich’s nicht, daß die neue Seite des Lebens in ihrer Mischung von Brutalität und Bosheit, so sehr sie auch allen Lehren und Sitten der Teutaleute daheim wider den Strich ging, ein nicht zu unterschätzendes Gefühl der Frische und Behaglichkeit in ihm geweckt habe. Die Gefahr selbst, die seine Nerven unausgesetzt gestrafft hielt, empfand er als eine Bereicherung seiner Männlichkeit.