Titschis scharfes Auge hatte das Mienenspiel bemerkt. Er wollte schweigen. Die Sache war noch nicht reif. Der ehrgeizige Kaspe!

Aber der Oberdiplomat konnte sich das Vergnügen nicht versagen, dem Streber nach dem Vorsitz im hohen Rathe ein höhnendes Hoffnungsalmosen hinzuwerfen:

— Sei getrost, Kaspe, wenn ich wieder gesund bin, werde ich mich für Dich in’s Zeug stürzen. Auch meine Agenten werden für Dich Stimmung machen. Aos Fall ist Deine Erhöhung. Das Volk wird ihm’s nie verzeihen, daß es unter seinem Regiment so wenig Vergnügen gehabt. Ruhe, Stille, Ordnung — lächerlich:

Vergnügen will das Volk haben, Feste, Apotheosen! Und nun geht unter Aos genialer Führung sogar die Zarathustra-Feier, das glänzendste Narrenfest der Welt, in die Brüche. Kaspe, mein Kompliment! Das hast Du gut eingefädelt!

Der Oberrichter neigte leicht den Kopf wie zu gnädigem Danke. Es hatte ihn jedesmal, so oft Titschi herausfordernde Andeutungen dieser Art gemacht, das Gefühl beschlichen, als sollte er vergiftete Pillen schlucken.

Endlich rührte sich Ao wieder. Sein Aussehen war erbarmungswürdig.

— Bim — ruft mir den Bim, ich bitte. Ich habe Vertrauen zu Bim. Er kann mir helfen. Ich bin ja so krank. Merkt Ihr denn nichts? Gar nichts?

— Ja, hoher Oberpriester, wenn Du Vertrauen zu Bim hast! Mit Vergnügen! Ich bin für Deine Anregungen immer empfänglich.

Titschi streckte sein langes, dünnes Bein aus dem Bette — die Bewegung sah drollig aus, aber Niemand schien Sinn dafür zu haben — und mit der großen Zehe drückte er auf den Knopf des Tastwerks, und auch die übrigen Zehen begannen zu spielen.

— Du sollst gleich Deinen Bim haben, Ao. Hast Du sonst noch Wünsche?