Der Prinz und der Polizeichef stellten sich schützend vor den Herrscher, damit ihn nicht etwa eine verirrte Kugel erreichte, während der mächtige Mann, der großen, persönlichen Mut besaß, durchaus an dem Abenteuer teilnehmen wollte.

Da schallte die sonore Stimme, die man vorhin vernommen, von neuem. „So, ich denke, den Schurken ist das Handwerk gelegt. Aber den Anstifter des Frevels, den habe ich gepackt. Hier ist er. Die Leute sollen nicht auf ihn schießen. Ich bin’s, den man erwartet hat, und ich denke, gute Botschaft zu bringen.“

„Der Mann mit der Maske,“ stieß der Herrscher hervor. „Wahrhaftig, er ist es.“

Der Herrscher, der Prinz und der Polizeichef sahen jetzt seltsame Dinge. Wieder teilten sich die Gebüsche in der Nähe des Pavillons, aber diesmal erschienen bewaffnete Inder, welche die helleuchtenden Laternen trugen, deren gewaltiges Licht schon vorhin das Staunen der Lauscher erregt hatte. Die Männer stellten sich auf dem freien Platz auf, so daß die Laternen denselben hell beleuchteten. Wieder teilten sich die Gebüsche, abermals kamen Bewaffnete zum Vorschein, die zwei gefesselte Männer mit sich schleppten. Der eine von ihnen war ein riesengroßer Inder, den man wie ein Bündel zusammengeschnürt hatte. Der zweite schien erst vor wenigen Augenblicken gebunden zu sein.

Der Herrscher stieß einen Ruf höchster Ueberraschung aus. „Das ist ja der Baron von ...-..“ rief er.

In diesem Augenblick trat wieder eine Gestalt in den Lichtkreis der elektrischen Laternen. Diesmal war es Kapitän Mors.

„Ja, das ist der Mann, der so viel Unheil angerichtet hat,“ sprach er. „Es ist der gelehrte Edelmann, der sich mit Astronomie beschäftigt, derselbe, welcher die Prinzessin begehrte. Er war es, der die Entdeckung, daß ein Zusammenstoß der Erde mit dem Kometen droht, unter das Volk brachte. Er war es, der das Volk aufhetzte und sich durch eine Empörung zu rächen gedachte. Und als er nun bemerkte, daß die Empörung Dank der treubleibenden Truppen gedämpft wurde, da griff er zum letzten Mittel, um Rache zu nehmen. Seine reichen Mittel erlaubten es, eine Schar von Banditen und Mördern anzuwerben, die er den Händen der Gerechtigkeit entzog. Sie sollten in dieser Nacht in das Schloß einbrechen, sie sollten den Herrscher des Landes töten. Damit hätte dieser Unhold seine Rache genommen.“

„Woher wissen Sie denn das, Kapitän Mors?“ rief der Fürst in höchstem Staunen. „Sind Sie denn allwissend?“

„Allwissend ist nur der, der die Welten erschaffen,“ lautete die Antwort des Luftpiraten. „Ich verdanke die Kunde von diesem Anschlag meist glücklichen Zufällen. Dieser Mann hier“ — er deutete auf den gefesselten Inder — „war ebenfalls von dem Baron gewonnen. Als dieser seine Entdeckung des nahenden Kometen machte, ahnte er schon, daß ich alles aufbieten würde, um eine Panik zu verhindern. Der Baron, welcher öfters Reisen nach Indien unternahm, gewann diesen Menschen durch große Versprechungen, und es schien anfangs, als ob sein Anschlag, der zuerst gegen mich gerichtet war, glücken würde. Dieser Inder wurde von mir mit anderen Gebirgsbewohnern angeworben und er schwur Treue. In Wirklichkeit brachte er schon die Höllenmaschine mit, die mein Weltenfahrzeug vernichten sollte. Und als dieser Mensch, der alles aufs schärfste beobachtete, erfuhr, daß ich die Reise nach dem nahenden Kometen antreten wollte, vollführte er den Auftrag, den er von dem Baron erhalten. Es sind zwei Kometen da oben im Weltenall. Und als ich auf dem einen landete, wurde mein Fahrzeug fast vernichtet. Erst im letzten Moment gelang es mir, dasselbe auszubessern und zu flüchten, gerade, als die beiden Kometen wieder zusammenstießen.“

„Wie,“ rief der Herrscher in höchstem Staunen. „Sie, Kapitän Mors, haben diese unheimliche Welt betreten?“