— Dann spielen wir Blaubart, sagte sie: Ich bin deine Frau, und du verbietest mir, das kleine Zimmer zu betreten. Fang an: Du kommst, um mich zu freien. »Mein Herr, ich weiß nicht . . . Ihre sechs Frauen sind auf so geheimnisvolle Weise verschwunden. Es ist ja wahr, Sie haben einen schönen und großen blauen Bart und wohnen in einem herrlichen Schloß. Werden Sie mir niemals was zu Leid tun, nie, nie?«

Sie fragte ihn mit einem bittenden Blick.

— Jetzt also hast du um mich angehalten, und meine Eltern waren nicht dagegen. Wir sind nun verheiratet. Gib mir alle Schlüssel. »Und wozu ist dieser ganz kleine hübsche da?« jetzt verbietest du mir mit lauter Stimme zu öffnen.

Jetzt, jetzt gehst du fort, und ich bin sofort ungehorsam. »Oh! Schrecklich! Sechs gemordete Frauen!« Ich falle in Ohnmacht, und du kommst und stützt mich. So. Dann kommst du als Blaubart zurück. Du bist übelgelaunt. »Mein Herr Gemahl, hier sind alle Schlüssel, die Ihr mir anvertraut habt.« Du fragst mich nach dem kleinen Schlüssel. »Mein Gemahl, ich weiß nicht, ich hab ihn nicht angerührt.« Nun schreist du. »Mein Gemahl, verzeiht mir, hier ist er: er war ganz zuunterst in meiner Tasche.«

Jetzt schaust du den Schlüssel an. War Blut an dem Schlüssel? — Ja, sagte der Junge, ein Blutfleck.

— Ich erinnere mich, sagte das Mädchen. Ich habe daran gerieben, aber das Blut ging nicht weg. Das war das Blut der sechs Frauen, nicht?

— Ja, von den sechs Frauen.

— Er hatte sie alle getötet, nicht wahr, weil sie in das Zimmer gegangen waren? Wie hat er sie getötet? Schnitt ihnen den Hals ab und hing sie auf in dem schwarzen Zimmer? Und das Blut lief ihnen an den Füßen hinunter bis auf den Boden? Rotes, ganz schwarzrotes Blut, nicht wie das von den Mohnköpfen, wenn ich dran kratze. Man muß knien, wenn man den Hals abgeschnitten bekommt, nicht?

— Ich glaube, sagte er, man muß knien.

— Das wird riesig lustig sein, sagte sie. Und du wirst mir ganz wirklich den Hals abschneiden?