Danach auch mit Ihm sterben
Und geistlich auferstehn,
Das ew'ge Heil zu erben,
Wie an Ihm ist geschehn.«[A]
[A] Die in der Weihnachtsfeier angeführten Verse waren mit Ausnahme der letzten schon vor der Reformation bekannt.
Wären die Kinder nicht schon recht gut gewöhnt gewesen, hätten sie gewiß mitten im Gesang aufgehört, um in einen Ruf der Bewunderung auszubrechen über das, was sie erblickten. Aber sie blieben fest und zogen singend in die vordersten Bänke ein, wo sie endlich mit gefalteten Händen saßen, die glänzenden Augen nach dem Altar gewendet.
Da war etwas ganz Wunderherrliches zu sehen! Auf weißbehangenem, mit immergrünen Zweigen geschmückten Tische stand eine Krippe. Es war ein mit Heu und Stroh gefüllter Korb, in einem hölzernen Gestell hängend. Darin lag, in schneeweiße Windeln gewickelt, das blonde Köpfchen mit einem goldenen Schein umgeben, das Christkindlein! Daß es Annchen van der Groots Puppe war, ahnte niemand; von weitem sah es wirklich aus, wie ein sehr kleines lebendiges Kindchen. Ochs und Esel, sauber aus Holz geschnitzt, standen dabei und schauten es aus großen Augen an; ja, es schwebten sogar Englein mit goldenen Flügeln und langen weißen Hemdchen ringsumher, von unsichtbaren Fäden gehalten.
Nun trat Thomas daneben, erzählte schlicht und einfach die Geschichte der Geburt des Heilandes, und ermahnte Große und Kleine, Ihm ihre Herzen zu öffnen. Während er sprach, waren ein Knabe und ein Mädchen zu der Krippe getreten und sangen, als er geendet hatte, das Körbchen sanft hin und her wiegend, abwechselnd:
»Laßt uns das Kindlein wiegen,
Das Herz zum Kripplein biegen,