Folgendes sind die von Herrn Kaufmann für e / m und für v erhaltenen Zahlen[17]:

v ⋅ 10 − 10e / m ⋅ 10 − 7 beobachtete / m ⋅ 10 − 10 aus dem Wert von v berechnet
2,900,6920,722
2,820,8350,861
2,740,9720,953
2,601,071,08
2,481,161,18
2,361,241,25
2,241,291,32
2,121,331,38
0,531,865*1,78
0,00---1,80

* (beobachtet von Simon[73] für Kathodenstrahlen.)

Herr Kaufmann schloß aus seinen Versuchen, daß der Grenzwert von e / m für Radiumstrahlen sehr kleiner Geschwindigkeit[18] derselbe sein würde, wie für Kathodenstrahlen.

Seine genauesten Messungen hat Kaufmann mit einem ihm von uns zur Verfügung gestellten kleinen Körnchen reinen Radiumchlorides gemacht.

Nach den Versuchen Kaufmanns besitzen gewisse Teile der β-Strahlung des Radiums eine Geschwindigkeit, die der des Lichtes ganz nahe kommt. Es ist verständlich, daß diese so schnellen Strahlen ein sehr großes Durchdringungsvermögen der Materie gegenüber besitzen.

[i) Wirkung des Magnetfeldes auf die α-Strahlen.]

In einer neueren Arbeit kündigte Herr Rutherford[74] an, daß in einem sehr starken elektrischen oder magnetischen Felde die α-Strahlen des Radiums schwach abgelenkt werden, derart, wie es bei schnell bewegten, positiv geladenen Teilchen der Fall sein würde. Rutherford schloß aus seinen Versuchen, daß die Geschwindigkeit der α-Strahlen von der Größenordnung 2, 5 ⋅ 109 cm/sek und das Verhältniß e / m von der Größenordnung 6 ⋅ 103 wäre, d. h. 104mal kleiner als die ablenkbaren β-Strahlen. Weiter unten soll gezeigt werden, daß diese Schlüsse Rutherfords mit den bisher bekannten Eigenschaften der α-Strahlen in Einklang sind und zum Teil wenigstens von dem Absorptionsgesetz dieser Strahlen Rechenschaft geben.

Die Versuche Rutherfords wurden von Herrn Becquerel[75,76] bestätigt. Becquerel zeigte ferner, daß die Poloniumstrahlen sich im Magnetfelde ebenso wie die α-Strahlen des Radiums verhielten und bei gleicher Feldstärke denselben Krümmungsradius anzunehmen scheinen wie diese. Aus den Becquerelschen Versuchen folgt ferner, daß die α-Strahlen kein magnetisches Spektrum zu bilden scheinen, sondern sich wie eine homogene Strahlung verhalten, bei der alle Strahlen gleich stark abgelenkt werden.[19]

[k) Wirkung des Magnetfeldes auf die Strahlen andrer radioaktiver Substanzen.]