»Möchtest Du fliegen können, Hans Henning?«

»Fliegen? Nein. Wozu?«

»Ich möchte. Über die Bäume. Hoch auf die Wolken. Bis an die Sterne! Nein, bis in die Sonne. Ich möchte mal sehen, wie es da ist!«

»Da verbrennst Du ja. Oder nein – Du kriegst keine Luft. So ist's. Aber wenn Du fliegst, Fritz, muß ich auch fliegen. Man kann Dich doch nicht allein zu den Trampeltieren da oben lassen.«

»Was für Trampeltiere?«

»Na, auf dem Mars. Aber zuerst kommst Du mal nach Rummelshof. Mama läßt es heute sagen, ich soll's mit Deinem Papa verabreden.« – –

Dichter Staub flog hinter dem Wagen her, der im raschen Trabe durch die sandige Dorfstraße dem Moorweg zufuhr. Hans Hennings bunte Mütze leuchtete noch ein paarmal durch die Staubwolken, auch Gregors Strohhut – nun fort – –

»Du, Gisa – wir sollen nach Rummelshof kommen!«

Gisa war wieder so hübsch und fein angezogen, daß man ihr Kleid jetzt bald lieber ansah als ihr Gesicht. Es war auch so lang geworden.

»Ja, ja – aber das ist ja doch nur alles Schein«, sagte sie bitter. Es war beinahe, als kämpfe sie mit Tränen. Auch mit ihr hatte Gregor nur das Alleroberflächlichste gesprochen wie ein gut erzogener Mensch, der seine Verachtung zu verbergen weiß.