Aber das merkte sie gar nicht mehr in der eisigen Hoffnungslosigkeit, die über sie gekommen.
Der Empfang zu Hause war noch schlimmer, als Monika ihn sich gedacht. Die Baronin rang die Hände. Hatte sie das um Monika verdient? Daß Monika sich von einem Herrn begleiten ließ, von einem ihr gänzlich unbekannten Herrn, von dem Heinzemännchen überhaupt nicht wußte, wer er sei!
„Es war mein Mathematiklehrer, Professor Herrmann war’s,“ sagte Monika kalt.
Aber wie ein Racheengel richtete sich Heinzemännchen in seiner ganzen, schlaksigen Höhe auf. „Das war kein Mathematiklehrer — das war ein Gentleman!“ sprach er mit Donnerstimme. „Und soll ich Dir sagen, was das Ganze war? Das war ein Rendezvous!“
Er ließ sich schwer auf einen Stuhl fallen.
„Monika,“ sagte er, und seine Stimme kickste über, „hast Du denn gar nicht an mich gedacht?“
„O nein,“ sagte Monika höflich.
„Hast Du nicht daran gedacht, daß seit Papas Tode die ganze Verantwortung auf meinen Schultern ruht? Daß Du mir das antun kannst, Monika...“